ZDF-Untersuchung: Keine Hinweise zu sexuellen Übergriffen von Dieter Wedel

Eine interne Untersuchung der Auftragsproduktionen, an denen Wedel als Autor und Regisseur beteiligt war, sei vorläufig abgeschlossen worden, erklärte der Sender am Donnerstag in Mainz.

Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe der sexuellen Übergriffe gegen Regisseur Dieter Wedel ist das ZDF tätig geworden und hat eine interne Untersuchung durchgeführt. Für die Aufbewahrung von Akten ist der Sender an gesetzliche Regelungen und Aufbewahrungsfristen gebunden. "Übliche Geschäftsunterlagen werden demnach zehn Jahre aufbewahrt".

ZDF-Talk zum Fall Wedel: "Die Aura des Erfolgs umwehte ihn" ZDF-Intendant Bellut versucht bei Maybrit Illner zu erklären, warum so lange niemand dem Regisseur Einhalt gebot. TV-Kritik von Ruth Schneeberger mehr. "Der Untersuchungsbericht zeigt, dass dem ZDF keine Hinweise zu möglichen sexuellen Übergriffen von Dieter Wedel vorlagen", teilte der Fernsehsender am Donnerstag in einer Aussendung mit. Weiter heißt es: "Über die erhobenen Vorwürfe der Schauspielerinnen und der an der Produktion Beteiligten im Zusammenhang mit den Produktionen 'Der große Bellheim', 'Der Schattenmann' und 'Die Affäre Semmeling' konnten zudem keine neuen Erkenntnisse gewonnen werden".

Außerdem führte die Juristin Breckwoldt Gespräche mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die in verantwortlicher Funktion direkt oder indirekt an den Produktionen mit Dieter Wedel beteiligt waren. Auch direkte Hinweise an das ZDF wurden überprüft. Eine Schauspielerin, die anonym bleiben wollte, hatte sich direkt an das ZDF gewandt. Es gebe mit Frauke Liebscher-Kuhn und Marita Lewening zwei Vertrauenspersonen für ZDF-Mitarbeiter und Beschäftigte von Produktionsfirmen, die Hinweise auf Belästigung und Diskriminierung entgegennähmen. "Dies gilt auch bei unseren Auftragsproduktionen. Nachweislicher Machtmissbrauch wird durch das ZDF und die beteiligten Produktionsfirmen arbeitsrechtlich geahndet", sagte ZDF-Intendant Thomas Bellut. "Jede betroffene Person kann sich unmittelbar und vertrauensvoll an das ZDF wenden". Wedel hatte mit einer eidesstattlichen Versicherung der ersten Berichterstattung widersprochen und weist auch die weiteren Vorwürfe, die wenig später in der Zeit standen, zurück. Wir haben natürlich sofort nachgefragt, wir untersuchen das jetzt noch genauer. Ein zuvor von der Zeit veröffentlichter Artikel hatte offengelegt, dass sich in den Archiven des Saarländischen Rundfunks einige Hinweise auf damalige Vorfälle finden ließen.

Neben dem ZDF hatten auch andere Sender wie Sat.1, der BR und der NDR angekündigt, die Produktionen mit Wedel zu untersuchen. "Was überhaupt noch da ist, wird gecheckt".


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