Ärzte sollen Patienten künftig online beraten dürfen

Berlin (Reuters) - Ärzte dürften Patienten künftig vermutlich auch ausschließlich online über Kommunikationsmedien wie Skype behandeln. Der Passus soll im Mai den Delegierten des Deutschen Ärztetages in Erfurt zur Abstimmung empfohlen werden.

Bislang ist eine Fernbehandlung per Videochat oder Telefon nur möglich, wenn es mindestens ein Mal einen leibhaftigen Kontakt zwischen Arzt und Patient gegeben hat. In Baden-Württemberg aber gibt es beispielsweise von der Kassenärztlichen Vereinigung bereits ein Pilotprojekt.

Dafür will die Bundesärztekammer nach einem Bericht des "Spiegel" sorgen. Künftig soll es dort heißen: "Eine ausschließliche Beratung oder Behandlung über elektronische Kommunikationsmedien ist erlaubt, wenn dies im Einzelfall ärztlich vertretbar ist", wie aus dem Protokoll einer Vorstandssitzung der BÄK hervorgeht. Demnach sollen reine Onlinesprechstunden, bei denen sich Arzt und Patient nie begegnen, ermöglicht werden.

Eine Änderung der Muster-Berufsordnung müsste aber noch von den Landesärztekammern in ihre jeweiligen Berufsordnungen übernommen und von den Landesministerien für Gesundheit genehmigt werden. 2017 hatte der Ärztetag beschlossen, das geltende Regelwerk zu überprüfen.


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