AfD-Landeschef Kalbitz bei rechtsextremem Verein zu Besuch

Brandenburgs AfD-Landeschef Andreas Kalbitz hat nach einem ARD-Bericht in Verbindung gestanden mit der rechtsextremen "Heimattreuen Deutschen Jugend".

Recherchen des ARD-Magazins "Kontraste" haben ergeben, dass der 45-jährige Rechtspopulist im Jahr 2007 ein sogenanntes Pfingstlager der HDJ auf einem Bauernhof in Eschede besucht haben soll, wie vorab der rbb berichtete.

Die Recherche zeigt, wie wenig Berührungsängste Kalbitz mit der rechtsextremen Ideologie damals offenbar hatte. Bei der mehrtägigen Veranstaltung habe es "Frühsport, Brauchtumsveranstaltung und 'germanischem' Mehrkampf" gegeben. Mit den Fotos konfrontiert erklärte der Politiker gegenüber dem RBB: "Ich war als Gast dort, mutmaßlich, um mir das mal anzuschauen. Ich sehe da kein Problem", so Kalbitz gegenüber dem rbb.

2007 galt die HDJ bereits als eine der gefährlichsten rechtsextremen Organisationen, deren Ziel es war, neonazistische Ideen unter Kindern und Jugendlichen zu verbreiten. Die HDJ habe einen elitären Anspruch, nicht jeder könne ihr beitreten, Voraussetzung sei eine feste Weltanschauung, wird der frühere HDJ-Vorsitzende Sebastian Räbinger 2007 in einem Bericht des Brandenburger Innenministeriums zitiert.

In Brandenburg gibt es erneut Ärger um AfD-Politiker Andreas Kalbitz. Wegen ihrer "aktiv-kämpferischen, aggressiven Grundhaltung" verbot das Bundesinnenministerium die Organisation 2009.

Die 1990 gegründete Organisation sah sich als Kaderschmiede für künftige neonazistische Führungspersönlichkeiten. Der Gruppe wurde Antisemitismus, Hitler-Verehrung und Rassenkundeunterricht vorgeworfen.


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