Zeckenbiss-Infektion Zahl der FSME-Fälle in Nordrhein-Westfalen sinkt

Das Robert-Koch-Institut (RKI) registrierte im vergangenen Jahr bundesweit 481 Erkrankungsfälle - die zweithöchste je registrierte Zahl. In Nordrhein-Westfalen registrierte das RKI 2017 drei Erkrankungsfälle nach vier im Jahr 2016 und sieben 2015. "Der Trend ist die Schwankung". Tückisch sei, so Experten in Stuttgart, dass Verbreitungsgebiete von mit FSME infizierten Zecken oft nicht größer als ein Fußballfeld seien und über Jahre stabil bleiben könnten. Ungewöhnlich sei 2017, dass es nach Zählungen weniger Zecken gab, jedoch mehr Erkrankungen. Die Erkrankung, eine virusbedingte Hirnhaut oder Gehirnentzündung, tritt häufiger auf, denn die infizierten Zecken breiten sich Experten zufolge in Deutschland aus.

Dobler nannte eine Schwankungsbreite der letzten Jahre von 250 bis 500 Erkrankungsfällen. Laut dem Robert Koch-Institut macht sie nur ein bis zwei Prozent der Zeckenbisse aus.

Als Risikogebiete gelten seit Jahren Bayern und Baden-Württemberg sowie die angrenzenden Landkreise. In einer Mitteilung des Süddeutschen Zeckenkongress heißt es, dass die Zecke mit dem Namen Ixodes inopinatus, die aus dem Mittelmeerraum stammt, auch nach Deutschland gelangen könnte. Auch in der zunehmend nach Deutschland einwandernden Auwaldzecke wurde das FSME-Virus gefunden.

Diese Nachricht wurde am 07.03.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet. Dr. Mackenstedt. "Im vergangenen Jahr erkrankten 8 Personen nach dem Genuss von Ziegen-Rohmilch".

Stuttgart Bislang infizierten sich vor allem Menschen in Süddeutschland mit FSME. Die Entwicklung sei regional sehr unterschiedlich: So sei die Zahl der Infektionen etwa in Unterfranken stark zurückgegangen, in der Alpenregion in einigen Tälern hingegen deutlich nach oben gegangen. Erst 2016 hatte ein Fall Schlagzeilen gemacht, bei dem sich zwei Menschen an Rohmilch-Käse aus Ziegenmilch angesteckt hatten. In Deutschland seien aber lediglich 20 Prozent der Bevölkerung geimpft. 2017 seien acht solcher Fälle registriert worden, berichtete Mackenstedt.

"Im Sommer 2017 gab es eine große Kältewelle". Antworten sollen unter anderem zwei Forschungsprojekte bringen.

Eine seriöse Prognose über künftige Erkrankungszahlen ist nicht möglich. Grundlage sind Beobachtungsdaten, die erstmals bundesweit erhoben werden.

Welche Zecken-Arten sind unterwegs?

Das Krankheitsrisiko sei durch FSME-infizierte Rohmilch dreimal höher als nach dem Biss infizierter Zecken.

Neben der Universität Hohenheim und der Veterinärmedizinischen Universität Wien bringen sich auch die TU Hannover, die Universität Leipzig, das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr und die Firma Tick-radar in die Feldstudie zur Bestimmung und Modellierung der Zeckendichte in Deutschland ein.


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