Anschlag auf palästinensischen Ministerpräsidenten in Gaza

Bei einer Explosion nahe des Autokonvois des palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah im Gazastreifen sind am Dienstag mehrere Menschen verletzt worden, wie "Al Jazeera" berichtet.

Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas sehe die Hamas als verantwortlich für den Vorfall, hieß es in palästinensischen Medien. Der Ministerpräsident selbst blieb laut Medienberichten unverletzt. Er reiste in den Gazastreifen, um eine Abfallverwertungsanlage einzuweihen. Die beiden Palästinenserorganisationen wollen eine einheitliche Herrschaft im Gaza-Streifen. Auch die Hamas, die den Gazastreifen kontrolliert, verurteilte den Angriff. Palästinenserchef Mahmud Abbas und seine Fatach-Bewegung machen die Hamas für den Anschlag verantwortlich. Dies sei ein Versuch, den Versöhnungsprozess zwischen Hamas und Fatah zu untergraben und die Sicherheitslage in Gaza zu destabilisieren, schrieb die Organisation auf Twitter. Nach Aussage des Innenministeriums fuhr der Konvoi trotz der Explosion weiter.

"Der Angriff auf die Einheitsregierung ist ein Angriff auf die Einheit des palästinensischen Volkes", sagte ein Sprecher Abbas'. "Wir werden nach Gaza zurückkommen, und wir werden unsere Anstrengungen für die Einheit fortsetzen".

Die Hamas, die 2007 die alleinige Macht im Gazastreifen an sich gerissen hatte, erklärte sich in der Vereinbarung zum Verzicht auf die Kontrolle im Gazastreifen bereit. Der Prozess läuft bisher aber sehr schleppend.

Eine Quelle aus lokalen Sicherheitsbehörden teilte gegenüber der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti mit, dass hinter der Tat Aktivisten von Dschihadisten-Gruppierungen, die gegen die Hamas kämpfen, und Terroristen, die ideologisch dem "Islamischen Staat"* (IS; auch Daesh) nahestehen, vermutet würden.

Die Explosion vom Dienstag ereignete sich in der Nähe des Ortes, an dem 2003 bei einem Bombenanschlag auf einen US-Konvoi drei US-Sicherheitsleute starben und ein amerikanischer Diplomat verletzt wurde.


Beliebt

VERBINDEN