Arzt Müller-Wohlfahrt attackiert Guardiola: Er tut alles, um Menschen zu täuschen

Als Arzt habe man die Verantwortung für seine Spieler zu tragen, so Müller-Wohlfahrt weiter, das habe Guardiola nicht nachvollziehen können, der selbst meinte, dass er aus Spanien eine andere Qualität gewohnt sei.

Der Arzt der deutschen Fußball-Nationalmannschaft und des FC Bayern hat heftig gegen Pep Guardiola nachgetreten.

Machtgeil, in vielen Dingen ahnungslos und ohne Selbstbewusstsein: Das ist das Bild, das der Mannschaftsarzt des FC Bayern München, Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, vom ehemaligen Trainer Josep Guardiola zeichnet.

Müller-Wohlfahrt packt weiter aus, indem er die Methoden Guardiolas kritisiert.

An die gemeinsame Zeit mit Pep Guardiola erinnert sich Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt wahrlich nicht gerne, wie er in seiner Biografie "Mit den Händen sehen: Mein Leben und meine Medizin" verrät. Guardiola haben sich zum einen "absolut nicht für medizinische Fragen" interessiert, "verlangte aber andererseits von uns, medizinische Wunder zu vollbringen".

Der Mannschaftsarzt des FC Bayern weiter: "Er sah mich offenbar in der Rolle eines Befehlsempfängers, über den er jederzeit verfügen konnte". Er sei so weit gegangen, "dass er unser medizinisch durchdachtes, jahrelang bewährtes Vorbereitungsprogramm vor dem eigentlichen Fußballtraining auf den Kopf stellte". Der Trainer sei stets ungehalten gewesen, wenn es um Verletzte ging: "Er wusste alles besser". Doch das konnte nicht gut gehen.

Müller-Wohlfahrt (r.) und Guardiola (l.) kümmern sich um den verletzten Philipp Lahm: Der Trainer habe "medizinische Wunder" verlangt, lautet ein Vorwurf des Bayern-Docs. Das treffe auch auf Müller-Wohlfahrt zu. Bis der 75-Jährige eines Tages bei einem Gespräch "völlig die Beherrschung verloren" habe: "Ich habe Guardiola angeschrien und dann derart mit der Faust auf den Tisch gehauen, dass die Teller und Tassen nur so gescheppert haben". Mit dem FC Barcelona setzte er den ersten Meilenstein in seiner einzigartigen Karriere, als er die Mannschaft über Jahre als führende Macht in Europa etablierte. "Er scheint deshalb in ständiger Angst zu leben, nicht so sehr vor Niederlagen, sondern viel mehr vor dem Verlust von Macht und Autorität", schreibt Müller-Wohlfahrt.

Irgendwann sei dann zum Eklat gekommen, zumal der inzwischen bei Manchester City angestellte Coach ihm wochenlang kein Gehör geschenkt habe. Müller-Wohlfahrt berichtet: "Während die Spieler schon auf den Liegen behandelt wurden, wurde ich vor versammelter Mannschaft lautstark angegriffen und für die vielen Verletzten verantwortlich gemacht". Pep Guardiola ist ein sehr stolzer Katalane, und die spanischen Fußballtrainer haben ein ganz anderes Verhältnis zur medizinischen Abteilung der Klubs. Und Müller-Wohlfahrt sei ein "stolzer Arzt, der nicht über seine erfolgreichen Behandlungsmethoden diskutieren möchte". "Es fehlte der Puffer, der ich immer war", erklärte Hoeneß, der damals wegen Steuerhinterziehung in Haft war.


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