Mertesacker beklagt Druck im Fußball

Im Gespräch mit dem Magazin redet der 33-Jährige, der 2014 in Brasilien zur Weltmeisterelf gehörte, kurz vor dem Ende seiner Laufbahn offen über Druck und Belastungen des Profifußballs. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Und trotz der schier unmenschlichen Belastungen bereut der Ex-Bremer seine Entscheidung Profi zu werden nicht: "Selbst wenn ich vor jedem Spiel erbrechen und 20-mal in die Reha müsste, ich würde es immer wieder machen".

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Per Mertesacker beendet in diesem Sommer seine Karriere.

Mertesackers bemerkenswert offene Aussagen geben in der Tat einen anderen Blick auf das Leben eines Profifußballers. Der Verteidiger des FC Arsenal erzählt darin, dass er noch heute vor jedem Spiel Durchfall und Brechreiz verspüre. "Ich muss dann einmal so heftig würgen, bis mir die Augen tränen". Bloß keine Schwäche zeigen. Dass es null mehr um Spaß geht, sondern dass du abliefern musst, ohne Wenn und Aber. Selbst dann, wenn du verletzt bist. In diesem Job müsse man bereit sein, seine "Gesundheit zu opfern". "Denn es war der einzige Weg, eine legitimierte Auszeit zu bekommen, mal raus aus der Mühle". Mertesacker glaubt, dass viele seiner Verletzungen "psychisch bedingt" waren. Doch Mertesacker sitze "am liebsten auf der Bank, noch lieber auf der Tribüne".

Aber ganz im Gegenteil - zum Abschluss äußerte er sich nun über die großen Nachteile des Profifußballs und wie übel das Geschäft seinem Körper mitgespielt hat.

Fussball-WM 2006, Deutschland verliert in Dortmund in der Verlängerung des Halbfinales gegen Italien, die meisten Spieler liegen weinend auf dem Rasen, Millionen Fans am Fernseher und im Stadion sind tief enttäuscht. Für ihn seien diese Auszeiten aber kein Drama gewesen, sagte Mertesacker. "Endlich ist es vorbei". Für Mertesacker ein "ständiges Horror-Szenario, einen Fehler zu machen, aus dem ein Tor entsteht". Als besonders belastend empfand er die Heim-WM 2006.

Es ist sein letztes Jahr als Fußballprofi. Der Druck, der auf ihm als Fußballer lastet, ist zu groß.

Vielleicht ist Mertesacker aber genau deswegen der richtige Mann dafür, zumal er die schrecklichen Erfahrungen aus dem Suizid seines Freundes und Teamkollegen Robert Enke ("Kurz davor, alles hinzuschmeißen") einbringen kann. Zukünftig möchte er als Leiter der Nachwuchsakademie des FC Arsenal allerdings das "System angreifen". Denn natürlich sind mir die Privilegien meines Lebens bewusst.


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