Microsoft plant zwei neue Cloud-Rechenzentren in Deutschland

Das bisherige Angebot einer Cloud mit deutschen Servern von Microsoft, das sich vor allem an Firmen und öffentliche Einrichtungen richtet, bietet Microsoft in Kooperation mit der Deutschen Telekom an. Es sei "zu teuer, zu rückständig" laute das Fazit vieler Kunden, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Branchenkenner.

Die neuen Rechenzentren sollen die beiden bereits bestehenden Standorte in Dublin und Amsterdam ergänzen und Teil des globalen Cloud-Netzwerks von Microsoft sein. Mit zwei neuen Rechenzentren in Deutschland wolle Microsoft deshalb gegensteuern. Dennoch soll deutschen Kunden das Versprechen gegeben werden, dass ihre Daten auch in Deutschland gespeichert bleiben.

Der Vorteil einer dediziert deutschen Cloud für Unternehmen sind die verhältnismäßig hohen Datenschutzansprüche hierzulande.

Allerdings sei ein wichtiger Punkt auch die zur Zeit der Ankündigung der deutschen Cloud laufenden Sicherheitsvorfälle im Zusammenhang mit Edward Snowden: Deutsche Behörden vertrauten US-Unternehmen wie Microsoft nicht mehr. Mit der Telekom als Treuhänder sollte sichergestellt sein, dass die Daten der Kunden im Land gesichert sind und kein Zugriff von außen möglich ist, auch nicht von dem amerikanischen Unternehmen selbst. Die Vorbehalte gegenüber einem amerikanischen Konzern seien greifbar gewesen, zitiert die Zeitung einen deutschen IT-Dienstleister.

Die Abschottung macht es schwerer, Daten mit einer Niederlassung in einem anderen Land auszutauschen. Zudem seien viel genutzte Dienste nicht oder nur eingeschränkt nutzbar, schreibt das "Handelsblatt". Auch bestimmte Server, die für die Verarbeitung großer Datenmengen nötig sind, könnten die Kunden nicht nutzen. Der Zusatzaufwand rechtfertige den Aufschlag möglicherweise. In der Summe sei das zu viel für die Kunden. Im vergangenen Quartal legte der Umsatz um 56 Prozent auf 5,3 Milliarden Dollar zu.


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