Schalke 04 macht weniger Umsatz und 12 Millionen Euro Minus

Die Vereinsverbindlichkeiten sind im vergangenen Geschäftsjahr beim FC Schalke 04 allerdings erst einmal wieder angestiegen: von 195 Millionen Euro auf gut 210 Millionen Euro. 2016 hatten die Königsblauen zudem noch einen Rekordüberschuss von 29,1 Millionen Euro erwirtschaftet.

Ohne Europapokal und den Verkauf eines weiteren Jungstars hat Fußball-Bundesligist Schalke 04 im Geschäftsjahr 2017 ein Minus von 12,2 Millionen Euro erwirtschaftet. Das geht aus dem Bericht hervor, den Finanzvorstand Peter Peters am Mittwoch vorstellte.

"Es ist kein Weltuntergang, wenn wir ein Jahr nicht im europäischen Wettbewerb spielen", sagte Peters.

Die Erlöse aus dem Spielbetrieb stiegen um 6,5 auf 37,6, aus den medialen Verwertungsrechten mit dem neuen TV-Vertrag um 5,0 auf 81,2, im Merchandising um 1,1 auf 16,3 und im Sponsoring um 0,4 auf 70,9 Millionen Euro.

Nach dem Schulden-Abbau der vergangenen Jahre sind die Gesamtverbindlichkeiten wieder gestiegen und betrugen zum Bilanz-Stichtag (31.12.2017) wegen der Investitionen in das Clubgelände Berger Feld 142,0 Millionen Euro (Vorjahr 129,7). Angepeilt würden laut Peters für 2018 Umsatzerlöse von rund 257 Millionen Euro und ein Gewinn "im mittleren einstelligen Millionen-Euro-Bereich".

Für 2018 rechnet Peters wegen der guten sportlichen Situation mit derzeit Platz zwei in der Bundesliga und des Einzugs ins Pokal-Halbfinale mit "weiter steigenden Erlösen und einem positiven Konzernergebnis". Der Club kalkuliert damit, dass das Team von Trainer Domenico Tedesco mindestens die Europa League erreicht.

Dass der Traditionsklub ein Minus machte, lag vor allem an den deutlich gesunkenen Transfererlösen. 2015 hatte Weltmeister Julian Draxler 40 Millionen in die Kasse gespült. Gründe seien die Kosten für die Freistellung des Trainerteams um Markus Weinzierl (ca. acht Millionen) sowie Abfindungen im Rahmen des Kader-Umbaus und Prämienzahlungen. Der Personalaufwand für den Profi-Kader betrug 92 Millionen Euro (Vorjahr 80,0).

Größere finanzielle Flexibilität bekommt der Klub zu Beginn des nächsten Jahres, wenn er seine letzte Rate für die 2001 eröffnete Arena zahlt. Das Schalker Stadion kostete 260 Millionen Euro, "wir haben die Bankverbindlichkeiten in 18 Jahren zurückgeführt".


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