VW kündigt Vorstandsumbau an: Was wird aus Matthias Müller?

Die Nachrichtenagenturen Bloomberg und Reuters, das "Handelsblatt" und das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichten mit Verweis auf VW-interne Quellen, dass Müller seinen Posten räumen muss.

Volkswagen lanciert einen Konzernumbau an und schliesst dabei Veränderungen in der Führungsstruktur nicht aus. Medien gehen von einem Rücktritt des Konzernchefs Matthias Müller aus. Dies könne auch zu personellen Veränderungen im Vorstand und bei den Ressortzuständigkeiten führen, teilte das Unternehmen am Dienstag in Wolfsburg mit.

Am Dienstagmittag hatte der Konzern lediglich mitgeteilt, seine Führungsstruktur umbauen zu wollen. Dies schließe Änderungen bei den Verantwortlichkeiten ein, jedoch womöglich auch "eine Veränderung im Amt des Vorstandsvorsitzenden". Auf Grundlage dieser Überlegungen führt der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Volkswagen Aktiengesellschaft derzeit Gespräche mit verschiedenen Mitgliedern des Aufsichtsrats und des Vorstands. Vorstandschef Müller habe seine "grundsätzliche Bereitschaft signalisiert, an den Veränderungen mitzuwirken". Sein Pluspunkt gegenüber Müller: Er hat keinen langjährigen Volkswagen-Stallgeruch, weshalb Diess unbefangener agiert und zumindest hinsichtlich konzerneigener Diesel keine riskanten Altlasten hat. Als er an die VW-Spitze berufen wurde, hat er klar gemacht, dass er bei Volkswagen nur für eine Amtszeit zur Verfügung stehe. Am Freitag sei eine Verwaltungsratssitzung deswegen angesetzt. Volkswagen hatte im September 2015 auf Druck von US-Behörden zugegeben, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen unterschiedlicher Marken eine Software zur Manipulation von Abgaswerten eingebaut zu haben. Der Österreicher war von 2007 bis 2014 Vorstandsmitglied von BMW und leitete dort den Vorstandsbereich Entwicklung. Matthias Müller kam 2015 nach dem dramatischen Sturz von Martin Winterkorn als Porsche-Chef an die Spitze des Volkswagen-Konzerns. Auch das Alter könnte eine Rolle spielen: Müller wird im Juni 65 Jahre alt, sein Vertrag läuft aber noch bis 2020. Kurz zuvor hatte VW mitgeteilt, personelle Veränderungen im Vorstand zu erwägen.

Der neue VW Sharan in Bildern
Der neue VW Sharan in Bildern

Nun soll es gegen die Berufung von Diess als Müllers Nachfolger keinen Widerstand geben - allerdings wird stets betont, dass noch keine formale Entscheidung gefallen sei. Wer das nicht sah und wahrhaben wollte, war Matthias Müller. Mit den Eigentümerfamilien ist das Vorgehen aber offenbar eng abgestimmt: Parallel zur VW AG kündigte auch die von den Familien Porsche und Piëch direkt beherrschte Porsche SE mögliche Personalveränderungen an.

Die Börse wertete die Ankündigung als positiv. Die Vorzugsaktien von Volkswagen stiegen am frühen Nachmittag auf ein Tageshoch.


Beliebt

VERBINDEN