Warnstreiks haben begonnen - Bundesweit Flüge gestrichen

Verdi begründet den Streik wie folgt: "Angesichts einer starken Konkurrenz um Fachkräfte muss mehr für die Attraktivität des Öffentlichen Diensts getan werden". Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bestreikt im Tarifstreit um die Bezahlung im öffentlichen Dienst unter anderem die Flughäfen in München und Frankfurt/Main, darüber hinaus in Köln und Bremen. "Wir erwarten, dass sie in der dritten Verhandlungsrunde ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen". Die Kita Kinderland soll bereits um 14.30 Uhr schließen, die "Kita Kunterbunt" um 17 Uhr. "Der von den Gewerkschaften geschürte Konflikt setzt weniger die Arbeitgeberseite unter Druck als die Bevölkerung", sagte VKA-Präsident Thomas Böhle. "Daran müssen auch die Arbeitnehmer teilhaben, und nicht nur die Aktionäre", heißt es von Gewerkschaftsseite.

"Auch in den Stadtverwaltungen wird man Beeinträchtigungen erleben: In den Kfz-Zulassungsstellen, in den Bürgerämtern, in anderen Behörden mit hohem Publikumsverkehr", sagte Michael Wiese von Verdi. Auch die Beschäftigten bei der Telekom sind zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Bestreikt werden unter anderem Sicherheitspersonal für Personenkontrollen und Bodenverkehrsdienste, etwa bei der Gepäckabfertigung und auf dem Rollfeld. Ver.di fordert für die Beschäftigten sechs Prozent mehr Lohn und Gehalt, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Es wird kein alternatives Betreuungsangebot geben, da (fast) alle Kitas von streikenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern betroffen sind.

Hessen: Bis Freitag sind jeweils eintägige Warnstreiks in unterschiedlichen Region geplant.

Die Pendler in Nordrhein-Westfalen sind nach Beginn des Warnstreiks im öffentlichen Dienst am Dienstag zunächst von einem Verkehrschaos verschont geblieben. Nicht bestreikt werden sollen die städtischen Kitas in Allrath, Barrenstein, Hülchrath, Kapellen, Neuenhausen sowie in der Südstadt.

An vielen Flughäfen wurden Flüge gestrichen - am größten deutschen Airport in Frankfurt rund 660 von 1441 geplanten Starts und Landungen. In Köln fahren keine Bahnen, warnen etwa die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) ihre Kunden per Laufband. MoBiel Die Fahrten auf den Bus- und Stadtbahnlinien werden von Dienstag, 10. April, 3 Uhr bis Mittwoch, 11. April, 3 Uhr eingestellt. Rund 40 Inlandsflüge fallen hier tagsüber aus. In Köln wurden 70 Flüge gestrichen. Außerdem sei die Flugsicherheitskontrolle betroffen, sagte ein Sprecher des Flughafenbetreibers Fraport.

Mehrere Städte kündigten zudem an, dass Kitas geschlossen bleiben müssen.

Einen streikbedingt gestrichenen Flug kann der Kunde stornieren, er bekommt dann sein Geld zurück. Er ist Teil einer bundesweiten Streikwelle im öffentlichen Dienst, die noch bis zum 13. April läuft.

Am Mittwoch ist für Rheinland-Pfalz eine zentrale Kundgebung in Ludwigshafen vorgesehen, zu der Verdi rund 2000 Teilnehmer erwartet. Am Flughafen München, Deutschlands zweitgrößtem Airport, strich die Lufthansa vorab insgesamt 240 Inlands- und Auslandsflüge, wie eine Lufthansa-Sprecherin bestätigte.

Reisenden wird dringend geraten sich so rasch wie möglich mit Ihrer Fluggesellschaft in Verbindung zu setzen oder deren Informationen auf der jeweiligen Homepage regelmäßig zu prüfen. Auf der Strecke Berlin-Frankfurt wurden in beide Richtungen je 18 von 22 Lufthansa-Flügen annulliert. An den Folgetagen sollen weitere Städte Brandenburgs betroffen sein.


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