Der Mann, der auf Dutschke schoss, tötete sich selbst

Jahrestag des Attentats auf den Studentenführer Rudi Dutschke präsentiert die Berliner Polizei von heute an eine kleine Sonderausstellung.

Am 11. April 1968 hatte der Hilfsarbeiter Bachmann, der Kontakte zur NPD und anderen Neonazis hatte, am Kurfürstendamm auf Dutschke geschossen.

Die Ausstellung im Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke in Tempelhof trägt den Titel: "Drei Kugeln für Rudi Dutschke" - wie das gleichnamige Lied von Wolf Biermann. Bachmanns Motiv: Hass auf Kommunisten und alle, die er dafür hält.

Nach der Tat flieht er. Später erklärt Bachmann, er habe nur auf die Beamten gezielt, um von ihnen erschossen zu werden.

Auch der Museumsleiter Jens Dobler wusste nicht, ob das Geschossteil zu einer der vier anderen Kugeln gehörte oder ob Bachmann einen fünften Schuss auf Dutschke abgab. Täter und Opfer werden beide ins Westend-Krankenhaus gebracht.

Bachmann legt ein volles Geständnis ab. 1969 wird er wegen versuchten Mordes zu sieben Jahren Zuchthaus verurteilt.

Bachmann gilt als Einzelgänger. In der U-Haft versucht Bachmann mehrfach vergeblich, sich umzubringen. Dutschke scheibt auch über "die Schweine der herrschenden Institutionen", und dass die Studentenbewegung sich um die Belange der "abhängigen Massen unseres Volkes" kümmern wolle.

Bachmann antwortet. Im einem Brief aus dem Januar 1969 schreibt er: "Ich möchte nochmals mein Bedauern über das aussprechen, was ich Ihnen angetan habe". Im Februar 1970 begeht er Selbstmord - indem er sich in seiner Zelle eine Plastiktüte über den Kopf zieht.


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