Gewinne im Dax - Deutsche Bank nach Chefwechsel im Plus

Drei Verlustjahre hintereinander waren dann doch zu viel: Am Sonntag hat Chefaufseher Paul Achleitner Deutsche-Bank-Chef John Cryan mit sofortiger Wirkung gefeuert, nachdem er sich endgültig mit ihm überworfen hatte. Im Geschäftsjahr 2017 hatte sich die die Bank nicht geniert, 2, 3 Milliarden Euro an ihre Investmentbanker auszuschütten, die die Führung der Bank, trotz deren offensichtlichen Erfolglosigkeit, immer noch für unersetzlich hielt und gleichzeitig den Aktionären einen Verlust von 735 Millionen Euro zuzumuten und mit einer Mini Dividende von 19 Cents pro Aktie abzuspeisen. Jedoch muss Sewing seine Fähigkeiten erst noch unter Beweis stellen. Dafür will der neue Chef kompromisslos den Rotstift ansetzen. Der Start ins Jahr sei "solide" gewesen, "aber 'solide' darf nicht unser Anspruch sein".

Die Kosten zu drücken, das war John Cryan in seinen knapp drei Jahren an der Spitze nicht gelungen.

"Dort muss es jeden Tag darum gehen, am Markt zu sein, jeden Tag darum gehen, unsere Ziele zu erreichen, sei es aufs der Ertragsseite, sei es auf der Kostenseite".

Beim Sparkurs soll das Privat- und Firmenkundengeschäft nicht ausgenommen werden. Er sei mit seinem Team dazu bereit: "Denn es lohnt sich!"

Der neue Deutsche-Bank-Chef Sewing hat seine Mitarbeiter auf schwere Zeiten eingeschworen: Er werde "harte Entscheidungen treffen und umsetzen". Diese hatten dem Investmentbanking alle anderen Bereiche untergeordnet - mit dramatischen Folgen für das Geldhaus. Die Diskussion dauerte dann jedoch deutlich länger als geplant.

Was die Deutsche Bank braucht, ist endlich mal eine Strategie, die auch nachhaltig wirkt, die auch langfristig verfolgt wird.

Sewing hat keine leichte Aufgabe vor sich. Was Aufsichtsratschef Paul Achleitner dazu bewogen hat, ihn vorzeitig zum Vorstandschef zu machen, bleibt sein Geheimnis. Schütz war im vergangenen Jahr zunächst für ein Jahr in den Aufsichtsrat gewählt worden und soll nach dem Willen der Verwaltung auf der diesjährigen Hauptversammlung für eine fünfjährige Amtszeit bestellt werden.

"Einen Rückzug aus dem Investmentbanking halten wir für sehr schwierig bei einer gleichzeitigen Fokussierung auf den Heimatmarkt, weil dieser Heimatmarkt einfach total overbanked ist". Die Messelatte müsse in allen Geschäftsbereichen höher gelegt werden.

Vertrauen zurückgewinnen, das sei jetzt wichtig, mahnen auch Beobachter wie Christoph Schalast von der Frankfurt School of Finance and Management.

FrankfurtDie Aktie des Finanzdienstleisters Deutsche Bank, die beim letzten Börsenschluss mit 11,35 Euro notierte, zeigte mit klaren 1,04 Prozent Plus und einem Kurswert von 11,47 Euro eine positive Entwicklung. Die Commercialbanker - Bänker, die ganz traditionell Kreditgeschäfte mit Kunden abwickeln - hätten in der Vergangenheit das Gefühl gehabt, nicht richtig zum Zuge zu kommen, sagt Hans Peter Burghof, Bankenexperte an der Universität Hohenheim, zu Business Insider. "Die Deutsche Bank sollte zurück zu ihren Wurzeln, die Kosten runterfahren und sich auf das Kerngeschäft der deutschen Wirtschaft konzentrieren". Einer davon: Manipulierten Händler der Bank die Kurse im billionenschweren Markt für Staatsanleihen?


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