Übernahmekosten drücken 2017 Gewinn bei Rewe

Köln (Reuters) - Der Einzelhandels- und Touristikkonzern Rewe hat den Umsatz im vergangenen Jahr deutlich in die Höhe geschraubt. Beim Gewinn musste Rewe aber Abstriche machen - die Integration der Zukäufe kostet Geld.

Doch auch ohne die Zukäufe habe Rewe "das stärkste Umsatzwachstum der Supermarktbranche erwirtschaftet", sagte Konzernchef Lionel Souque unter Berufung auf Zahlen des Marktforschungsunternehmens Nielsen Trade Dimensions.

Der Kölner Rewe-Konzern hat 2017 seine Umsätze auch dank Zukäufen kräftig gesteigert. "Doch indem wir dort investieren und modernisieren, verbessern wir unsere Wettbewerbsposition erheblich". Stärkster Wachstumstreiber bei der genossenschaftlichen Gruppe war das deutsche Supermarktgeschäft mit einem überdurchschnittlichem Umsatzplus von 15,4 Prozent. Bereinigt um die Neuzugänge Sky und Kaiser'sTengelmann betrug das Plus 5,8 Prozent.

Das Supermarkt- und Drogeriemarkt-Geschäft im Ausland wuchs um 4,9 Prozent.

Die Zahl der Beschäftigten bei dem Handelsriesen stieg europaweit um 6,1 Prozent auf gut 345 000 Mitarbeiter. In Deutschland nahm sie 2017 um 7,7 Prozent auf gut 254 000 Beschäftigte zu. Zur Rewe-Gruppe gehören in Österreich die Lebensmittelmärkte Billa, Merkur, Adeg und Penny. Rewe hatte nach langen Auseinandersetzungen unter anderem in Berlin Märkte des Konkurrenten Kaiser's Tengelmann übernommen. Bei den Verbrauchern werden die Internetseiten der Supermärkte am meisten nachgefragt: Internetseiten wie rewe.de, real.de und allyouneedfresh.de werden der Untersuchung zufolge monatlich von 500.000 bis 1,6 Millionen Menschen besucht. Souque hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, dass er für das Jahr 2017 mit einem schmalerem Gewinn rechne. Rewe muss im Lebensmittelhandel auch neuer Konkurrenz die Stirn bieten - Online-Riesen wie Amazon sind in den Markt eingestiegen. Rewe liegt mit einem Markanteil von 14 Prozent in Deutschland damit aber immer noch hinter Edeka und der Schwarzgruppe (Lidl, Kaufland) unverändert auf Platz drei, berichtet die Lebensmittel-Zeitung. Aber auch im Reise-Geschäft um DER Touristik bauen die Rheinländer das Geschäft über das Internet aus.

Das Gros der Umsätze erzielt Rewe nach wie vor in Deutschland (72,3 Prozent), der Auslandsanteil verringerte sich laut Mitteilung vom Dienstag leicht auf 27,7 Prozent. Euro in den Ausbau des Unternehmens investieren. Im Mittelpunkt stehen mehr Frische und Bequemlichkeit. Ziel sei es, den "Abstand zum Discountgeschäft zu halten und auszubauen" sagte der Manager. Auch online will Rewe Amazon und Co.

Der Rewe-Konzern selbst (ohne die selbständigen Einzelhändler) habe seine Erlöse 2017 um 8,3 Prozent auf 49,4 Milliarden Euro gesteigert.


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