Verpasste Termine, abgelehnte Jobs: Vor allem bei Jugendlichen! Hartz-IV-Sanktionen steigen

Die Zahl der Hartz-IV-Sanktionen in Sachsen ist 2017 gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken.

Insgesamt gab es 63.353 Leistungskürzungen, 834 oder 1,3 Prozent mehr als 2016, wie die Regionaldirektion der Arbeitsagentur am Mittwoch mitteilte. Das sind 2800 weniger als ein Jahr zuvor.

Stuttgart - Die Zahl der Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger in Baden-Württemberg ist im vergangenen Jahr minimal gestiegen. Das ist derselbe Wert wie im Vorjahr. Wurden Leistungen gekürzt, lag das am häufigsten an nicht eingehaltenen Terminen (79,8 Prozent) oder an der Ablehnung der Aufnahme einer Bildungsmaßnahme, Ausbildung oder Arbeit (10,3 Prozent). 77 Prozent der Sanktionen gingen demnach auf solche Versäumnisse zurück. Für die Weigerung, eine Arbeit oder Weiterbildung aufzunehmen oder den Abbruch, wurden 98 860 Sanktionen ausgesprochen.

Darin schreiben die Agentur für Arbeit und ein Arbeitsloser Unterstützungsleistungen und Pflichten des Jobsuchers fest.

Menschen unter 25 Jahren sind von den Sanktionen stärker betroffen.

BA-Chef Scheele hält von beiden Regeln wenig. Denn nach so harten Sanktionen brechen einige Jugendliche den Kontakt zum Jobcenter ganz ab.

Scheele wünscht sich zudem, dass es keine Sanktionierung bei den Kosten der Unterkunft gibt. Drohende Wohnungslosigkeit helfe bei der Arbeitsvermittlung und auch sonst nicht weiter. Bei den deutschen Staatsangehörigen hingegen hat sich diese Zahl im selben Zeitraum, von 2010 bis Ende Oktober 2017, um rund eine Million (20 Prozent) auf 3,9 Millionen reduziert. Da manche Hartz-IV-Empfänger mehrfach sanktioniert werden, ist die Zahl der betroffenen Menschen deutlich niedriger als die Zahl der Fälle.


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