Weniger kross: Neue Vorgaben für Pommes, Chips und Kekse

Die neuen Regeln wurden beschlossen, weil angemahnte freiwillige Maßnahmen nicht den erhofften Erfolg gebracht hatten.

Heute tritt die Acrylamid-Verordnung der EU-Kommission in Kraft. Acrylamid entsteht beim starken Erhitzen von stärkehaltigen Produkten - wie zum Beispiel Kartoffeln oder Mehl. Für Lebensmittelhersteller gelten nun neue Auflagen, die den Gehalt an dem umstrittenen Acrylamid in gerösteten, gebackenen und frittierten Produkten reduzieren sollen.

Für die Verbraucherzentrale könnte die Verordnung ruhig noch weiter gehen.

Was soll sich bei der Zubereitung von Pommes und Brot genau ändern? Nun tritt eine neue EU-Verordnung in Kraft, die den als krebserregend geltenden Stoff reduzieren soll. Grund ist das als krebserregend eingestufte Acrylamid.

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hatte bereits vor Jahren vor dem erhöhten Krebsrisiko durch Acrylamid in Lebensmitteln gewarnt.

Diesen Bericht können Sie als registrierter Nutzer kostenlos lesen. Bei sehr hohen Temperaturen - wie beim Frittieren, Backen oder Rösten - entsteht aus diesen Aminosäuren in Anwesenheit von reduzierenden Zuckern im Zuge der Maillard-Reaktion unerwünscht Acrylamid. Dort wird der Acrylamidgehalt bestimmt. Denn Acrylamid sei gesundheitlich nicht zu unterschätzen.

Bestimmte Lebensmittel sind somit hinsichtlich ihres Acrylamidgehalts besonders belastet: Chips, Kartoffelpuffer, Pommes frites, Knäckebrot, Kekse oder Kaffee. Ob man den Kunden deshalb zu seinem Glück - also zu weniger Acrylamid im Essen - zwingen sollte? Daher müssen in Kalifornien Anbieter von Kaffeeprodukten künftig vor möglichen Krebsrisiken warnen. Die Vorgaben der EU sehen unter anderem vor, übermäßiges Frittieren von Pommes Frites zu vermeiden und Brot möglichst hell zu backen.

"Acrylamid ist nicht nur wesentlich gefährlicher als das aus dem Eier-Skandal bekannte Fipronil und das Pflanzenschutzmittel Glyphosat, sondern auch beispielsweise als Stickoxide, die im Moment die Diskussion um die Fahrverbote in Deutschland bestimmen", sagt der CDU-Europaabgeordnete und Arzt Dr.

"Es handelt sich um ein echtes Gesundheitsproblem".

Wie es auf seiner Webseite heißt, unterstützen auch die betroffenen Wirtschaftssektoren wie der Zentralverband des Bäckerhandwerks oder die Europäische Vereinigung der Hotel- und Gastronomiebetrieben die Verordnung.

"Ein großer Teil der Acrylamidbelastung entsteht durch selbst zubereitete Speisen", sagt der gesundheitspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion. "Hier kann jeder Bürger etwas für seine Gesundheit tun", sagt Liese. Halten sich Unternehmen nicht an die Regeln, können ihre Produkte aus dem Verkehr gezogen werden.

Wenn Kroketten, Toastbrot, Aufbackbrötchen & Co. zubereitet werden, sollte die Regel "vergolden" statt "verkohlen" beachtet werden.

Bei Zubereitungen kleinerer Kartoffelmengen als auf der Packung angegeben die Zubereitungszeit verringern. Bei der Zubereitung im Backofen bestehe im Vergleich zum Frittieren eine größere Gefahr der Acrylamidbildung.


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