IAG rechnet Übernahme von Norwegian durch

Mit der Stellungnahme reagierte IAG auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Die Muttergesellschaft von British Airways, Iberia und Aer Lingus bestätigte am Donnerstag, dass sie bereits einen Anteil von 4,61 Prozent an Norwegian übernommen habe.

IAG erklärte, die Minderheitsbeteiligung solle eine Basis für Gespräche mit Norwegian bilden, es bestehe auch die Möglichkeit einer vollständigen Übernahme. Auch habe es noch keine Gespräche mit Norwegian gegeben. Norwegian war an der Börse vor der Übernahme-Nachricht gut eine Milliarde Dollar wert. Die Aktie der norwegischen Gesellschaft schoss nach dem Bekanntwerden der Pläne um 26 Prozent in die Höhe. Papiere der Lufthansa kletterten um 2,6 Prozent an die Dax-Spitze und waren damit auch beste Airline im Branchenindex Stoxx 600 Travel & Leisuree. Analyst Daniel Roeska von Bernstein hält allerdings vor allem andere Optionen als eine Komplettübernahme der Norweger für attraktiv: Synergien der Netzwerke heben bei minimalen Kapazitätsüberschneidungen und ohne die hohen Kosten eines Kaufs.

Norwegian hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der führenden Billigfluggesellschaften Europas entwickelt, ist aber deutlich kleiner als Ryanair und Easyjet. So fliegt die Airline mit dem Boeing 787 Dreamliner in die USA, etwa nach Florida, New York und Los Angeles. Wegen des riskanten Kurses hatte Ryanair-Chef Michael O'Leary Norwegian schon länger das Aus prognostiziert, was das Management von Norwegian entschieden zurückwies.

Auch IAG hat Billigflüge auf der Langstrecke für sich entdeckt und unter dem Namen "Level" eine eigene Airline für dieses Geschäftsmodell gegründet. Auf den Europastrecken mischt die spanische IAG-Tochter Vueling im Billigfluggeschäft kräftig mit.

Dieser Artikel wurde am 12.04.2018 um 14.34 Uhr aktualisiert.


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