Wird "A Quiet Place" ein Kassenhit? Die simple Antwort: Ja!

Je mehr der Film sich dann dem Ende nähert, desto konventioneller und austauschbarer wird die Regiearbeit von John Krasinski, der neben seiner Arbeit hinter der Kamera auch als Vater Lee Abbott vor der Kamera seinen Teil beiträgt. Zwischen Maisfeldern und Wald haben sie sich in ein Farmhaus zurückgezogen, wo schon das Knarzen alter Dielen zu viel Lärm ist und man seine Emotionen nur herausschreien kann, wenn man sich beim Angeln im nahen Fluss für ein paar Minuten unter den lauten Wasserfall stellt. Brettspiele werden mit Filzfiguren gespielt, um möglichst wenig Geräusche zu machen.

In den Szenen mit Tochter Regan treibt Krasinski den Nervenkitzel auf die Spitze. Darüber hinaus haben Lee und Evelyn noch immer mit den Verlusten zu kämpfen, die die Alien-Invasion bereits gefordert hat – doch allem zum Trotz gehen sie jeden neuen Tag mit zuversichtlicher Miene an. Einer Familie gelang es jedoch, bis dato auf einer Farm zu überleben. Dass Horror dort immer noch blendend funktioniert, beweist der Erfolg von "A Quiet Place", in den USA gerade Spitzenreiter der Kino-Charts. Darunter hat vor allem Millicent Simmonds zu leiden. Das wäre eines der erfolgreichsten Startwochenenden eines Horrorfilms überhaupt! Dabei ist der Film über weite Strecken kein Horror, sondern eher ein Psycho-Thriller mit dramatischen Elementen. Das alles wird von den üblichen Jumpscares untermauert, die bei fortschreitendem Film stets egaler und ineffizienter werden. Dialoge wurden auf ein Minimum reduziert, da nur Stille das Überleben der Familie garantiert. Die Stille in "A Quiet Place" ist die große Stärke des Films. Das Drehbuch stammt von Scott Beck und Bryan Woods. Das endet dann jedoch nicht in einem typischen Splatter-Horror-Dampfhammer, sondern im Auskosten und einem Spiel mit dem ohnehin schon hohen Spannungsmoment. Ich hoffe für jede/n Zuschauer/in, dass sich das Publikum auf den Film einlässt - sonst geht hier eine häufig sehr gute Film-Erfahrung verloren. Fans dieser dürften sich auch von "A Quiet Place" bestens unterhalten fühlen.

In den meisten Fällen fallen gerade Horrorfilme nach dem ersten Wochenende stärker ab als Filme aus anderen Genres - aber das gilt nicht unbedingt, wenn ein Schocker sich nicht in erster Linie nur an das horroraffine Teenager-Publikum richtet, sondern auch an ein erwachsenes Mainstream-Publikum.

Wir danken Paramount Pictures für die Einladung zur Film-Pressevorführung.


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