Bundesbank: Privates Geldvermögen in Deutschland 2017 auf Rekordhoch

Trotz der anhaltenden Minizinsen auf Erspartes werden die Deutschen immer reicher. Die Politik müsse verhindern, dass die Ungleichheit wachse. Bei ihren Berechnungen berücksichtigt die Bundesbank neben Bargeld, Bankeinlagen und Wertpapieren auch Ansprüche gegenüber Versicherungen. Die 5 875 Milliarden Euro an Vermögen sagen nämlich nichts über die Verteilung im Land.

Nicht nur das Geldvermögen, auch die Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen von Oktober bis Dezember deutlich um gut zwölf Milliarden Euro. Abzüglich der Schulden stieg das Nettogeldvermögen der privaten Haushalte gegenüber dem Vorjahr um knapp 5,7 Prozent auf 4,131 Billionen Euro. "Im Umfeld niedriger Zinsen deutet das Anlageverhalten der privaten Haushalte insgesamt auf eine weiterhin ausgeprägte Präferenz für liquide oder als risikoarm wahrgenommene Anlagen hin", erläuterte die Bundesbank. Auch dass sich mehr Deutsche an den Kapitalmarkt trauten, um dort mit Aktien ihr Geld zu vermehren, verschleiert zudem: Wege der Niedrigzinsphase im Euroraum werden die geringen Erträge traditioneller Anlageformen von der Inflation aufgefressen. Somit verloren Sparer in Deutschland in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 7,1 Milliarden Euro oder pro Kopf 86 Euro. Etwas mehr als zehn Millionen Menschen besaßen nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts im vergangenen Jahr Aktien und/oder Anteile an Aktienfonds.


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