Verdi zu Gesprächen über Sanierung bereit

Verdi habe beschlossen, Gespräche über eine Neuausrichtung des Unternehmens aufzunehmen, teilte die Gewerkschaft nach einer Sitzung der Tarifkommission in Frankfurt mit.

Schlecht. Der traditionsreiche Warenhauskonzern steckt in der Krise. Wie hoch genau der Verlust ist, darüber hüllt sich der kanadische Mutterkonzern HBC allerdings in Schweigen. Seitdem haben sich die Geschäfte deutlich schlechter entwickelt als erwartet. Kaufhof leidet wie fast alle innerstädtischen Modeanbieter unter der wachsenden Konkurrenz von Online-Anbietern wie Zalando und unter der sinkenden Kundenfrequenz in den Innenstädten.

Die Gewerkschaft Verdi will mit dem angeschlagenen Warenhauskonzern Kaufhof über einen Sanierungstarifvertrag verhandeln.

Ist der Fortbestand desUnternehmens gefährdet? Doch warnte die Konzernspitze in einer Präsentation für die Gewerkschaft vor den mittel- und langfristigen Konsequenzen eines "Weiter so": "Ohne Gegenmaßnahmen droht die Zahlungsunfähigkeit".

Der Kaufhof hat bereits angekündigt, die Zahl der Mitarbeiter in der Kölner Zentrale sozialverträglich von 1600 auf 1200 zu reduzieren. Denkbar wären etwa Kürzungen bei Urlaubs- und Weihnachtsgeld, aber auch der Verzicht auf Gehaltserhöhungen.

Kaufhof-Chef Roland Neuwald sagte, das Unternehmen brauche wettbewerbsfähigere Personalkosten. Die Beschäftigten seien die letzten, die auf etwas verzichten könnten. Das bislang vorgelegte Sanierungskonzept habe zwar richtige Ansätze, es gebe aber eine Schieflage zu Lasten der rund 18.000 Beschäftigten. Ohne eine Einigung sind weitere Stellenstreichungen wahrscheinlich.

Wirtschaftsprüfer hatten in den vergangenen Monaten im Auftrag der Gewerkschaft die Situation des Unternehmens geprüft und einen Sanierungsbedarf bestätigt.

Die Tarifkommission berät am Freitag (10.30 Uhr) an einem geheim gehaltenen Ort darüber, ob sie auf die Forderungen eingehen und in Verhandlungen mit der Kaufhof-Führung eintreten soll.


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