"Auftrag erfüllt" - USA drohen keine neuen Angriffe an

In dem Entwurf wird die "Aggression" als Verstoß gegen internationales Recht und die UN-Charta bezeichnet.

Der Kreml hat die westlichen Raketenangriffe in einer ersten Reaktion mit scharfen Worten verurteilt. Russlands Botschafter in Washington, Anatoli Antonow, erklärte: "Wir haben gewarnt, dass solche Handlungen nicht ohne Konsequenzen bleiben werden", führte dies aber nicht weiter aus.

Bestätigt sehen dürfte sich Russland in seiner Haltung durch den Zeitpunkt des Angriffs der westlichen Alliierten: Er erfolgte wenige Stunden, bevor Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) am Samstag in Syrien ihre Ermittlungen zu dem Angriff in Duma beginnen wollten.

Am vergangenen Samstag hat das Assad-Regime erneut chemische Waffen eingesetzt, um unschuldige Zivilisten zu töten - diesmal in der Stadt Duma nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus.

Zuvor hatte bereits die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana den Angriff verurteilt. Eine militärische Einmal-Aktion mag einen Wert als symbolische Demonstration haben, ist aber kein Ersatz für eine längerfristig angelegte Syrien-Strategie, die neben militärischen Schritten auch diplomatische Initiativen und einen verstärkten humanitären Einsatz umfassen müsste. Die syrische Regierung und Russland bestreiten, dass es einen Chemiewaffenvorfall gab.

Russland äusserte sich ähnlich.

"Mit hoher Wahrscheinlichkeit versucht man die Arbeit der OPCW-Mission zu stören oder sogar ganz zum Scheitern zu bringen", sagte der russische Außenpolitiker Konstantin Kossatschow der Agentur Tass zufolge. Bei dem Angriff handle es sich um eine ungeheuerliche Verletzung des Völkerrechts.

Kriegsschiffe und Kampfflieger in der Region Die USA, Grossbritannien und Frankreich verfügen über vier Kriegsschiffe in der Region. Die verfügbaren Informationen zum Einsatz von Chlorgas seien gleichwohl "viel besser", sagte die Regierungsvertreterin.

Neben dem Forschungszentrum wurde offenbar eine Lagerstätte nahe der Stadt Homs bombardiert, in der nach US-Angaben der chemische Kampfstoff Sarin aufbewahrt wurde. Die USA erwähnten den Flughafen in ihrer Auflistung der "angegriffenen und zerstörten" Ziele nicht.

Das russische Militär hatte zuvor erklärt, die Flugabwehrsysteme Syriens hätten 71 von 103 Marschflugkörpern abgeschossen, die von den USA und ihren Verbündeten abgefeuert worden seien. Laut russischen Angaben wurden keine Ziele in der Nähe russischer Stützpunkte getroffen. Damit ist Ostghuta nach etwa fünfjähriger Belagerung von der syrischen Armee zurückerobert worden.

US-Präsident Donald Trump betonte in einer kurzen Fernsehansprache, der Angriff habe zum Ziel, die internationale Ächtung von Chemiewaffen zu stärken, auf die sich die "zivilisierten Nationen nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs geeinigt" hätten. "Die Angriffe der USA, Frankreichs und Großbritanniens machen deutlich, dass das syrische Regime zusammen mit Russland und dem Iran nicht mit dieser menschlichen Tragödie fortfahren kann, zumindest nicht ohne Folgen", twitterte Tusk. Die Streitkräfte würden ‚Präzisionsschläge' gegen Ziele vornehmen, die mit den Chemiewaffen von Syriens Machthaber Baschar al-Assad in Zusammenhang stünden, hatte der US-Präsident Donald Trump davor angekündigt.

Trump sagte zu dem mutmaßlichen Giftgaseinsatz: "Dies sind nicht die Taten eines Menschen". Wörtlich sagte der Präsident: "Das sind Verbrechen eines Monsters". Die Angriffe "waren sehr erfolgreich. Nicht in Syrien, nicht auf den Straßen des Vereinigten Königreichs, oder irgendwo sonst auf der Welt", sagte die britische Premierministerin Theresa May. Der Angriff sei angesichts des Giftgaseinsatzes der syrischen Regierung notwendig gewesen, zitierte die staatliche Nachrichtenagentur Spa einen Mitarbeiter des Außenministeriums. Man habe sich auf Lager- und Produktionsstätten chemischer Waffen konzentriert, andere Ziele wie Flughäfen habe man nicht in Erwägung gezogen. Sie stellten eine Gefahr für das syrische Volk und "unsere gemeinsame Sicherheit" dar.

UN-Generalsekretär António Guterres wiederholte eingangs der Sitzung an die Adresse der Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen seine eindringliche Mahnung zur Zurückhaltung. Der Angriff werde die Lage für die syrische Bevölkerung weiter verschlimmern. Der Sicherheitsrat werde völlig ignoriert, seine Autorität unterminiert.


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