FPÖ will "nicht korrekte" Korrespondenten streichen

Der FPÖ-Politiker Norbert Steger, der Mitglied im ORF-Stiftungsrat ist, sagte den "Salzburger Nachrichten", es würden von den Auslandskorrespondenten ein Drittel gestrichen, "wenn diese sich nicht korrekt verhalten".

Sollen die ORF-Gebühren abgeschafft werden?

"Auch von den Auslandskorrespondenten werden wir ein Drittel streichen, wenn diese sich nicht korrekt verhalten", ergänzte Steger, der als künftiger Stiftungsratsvorsitzender des ORF im Gespräch ist. Als Beispiel nannte er die Berichterstattung zu den jüngsten Wahlen in Ungarn, die im ORF laut Steger "einseitig" ausgefallen sei - damit keine er wohl, dass zu kritisch über Premier Viktor Orban berichtet wurde.

Die FPÖ betonte am Samstagvormittag, dass Norbert Steger sicher nicht gegen ORF-Redakteure "hetze".

Der ORF-Redakteursrat hat am Samstagnachmittag gegen "Einschüchterungsversuche" aus der Politik protestiert.

Das sind die wichtigsten Inhalte der Vereinbarung, die am Donnerstag von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, den ORF III-Geschäftsführern Eva Schindlauer und Peter Schöber sowie NÖKU-Geschäftsführer Paul Gessl unterzeichnet wurden. Auch er betonte, dass die 16 ORF-Korrespondentenbüros unverzichtbar und eine vom Publikum "hochgeschätzte Säule" der ORF-Information seien. Bis 2020 werde das Korrespondentennetz daher um zwei weitere Standorte ausgebaut.

Kritik kam - ebenfalls via Social Media - auch von ORF-Journalisten: "Dieser direkte Angriff auf den öffentlich-rechtlichen Rundfunk von einem Aufsichtsorgan ist ein neuerlicher Tiefpunkt der Medienpolitik", kritisierte Redakteursratsvorsitzender Dieter Bornemann. Brüssel-Büroleiter Peter Fritz kritisierte, dass "ein ORF-Stiftungsrat gegen sein eigenes Unternehmen hetzt und einen untadeligen Kollegen erkennbar bedroht". "Ich hatte nicht vor, Herrn Dr. Steger einen strafbaren Vorwurf zu machen, und bitte um Entschuldigung, falls dies so verstanden wurde".

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz indes hob die Bedeutung der Auslandsbüros hervor. "Könnte aus Ungarn stammen". Die Auseinandersetzungen zwischen FPÖ und ORF sind nicht neu: Erst jüngst hatte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der den ORF und seinen "ZIB2"-Moderator Armin Wolf der Lüge bezichtigt hatte, seine Vorwürfe zurücknehmen müssen". Vilimsky findet den Vorwurf der Hetze "inakzeptabel und infam". In einer Aussendung forderte er eine Entschuldigung sowie Klarstellung von Steger.

Es sei befremdlich, dass ein Stiftungsrat, "der sich anschickt, den Vorsitz des höchsten ORF-Gremiums zu übernehmen", die Unabhängigkeit des Senders infrage stellt, meinte Drozda.

Stegers Äußerungen, er wolle das Korrespondentennetz "schwächen und missliebige Korrespondenten ablösen, ist auf das Entschiedenste zurückzuweisen", erklärte Wrabetz.


Beliebt

VERBINDEN