Tausende protestieren in Berlin gegen "Mietenwahnsinn"

Angemeldet war 4000 Teilnehmer.

Erstmals gingen in Berlin Tausende Menschen gegen die Wohnungspolitik auf die Straße, bei ähnlichen Demonstrationen im September 2016 und im April 2017 waren es jeweils nur mehrere Hundert Teilnehmer gewesen.

Die Demonstranten trugen Transparente, auf denen "Wohnraum statt Weltraum", "Einer für alle, alle für einen" oder "Mieter sind keine Zitronen" stand. Sprechchöre waren zu hören: "Wenn die Mieten steigen, rufen wir enteignen". Der Protestzug führte vom Potsdamer Platz durch Schöneberg bis nach Kreuzberg.

Bei einer Großdemonstration in Berlin gegen Wohnungsmangel und steigende Mieten haben Zehntausende ihren Unmut geäußert. Eine Mieterin aus Charlottenburg sagte, dass es sich zu kämpfen lohnt. Schluss mit dem Verkauf von Wohnungen, forderte ein Gründungsmitglied des Bündnisses "Bezahlbare Mieten Neukölln", das die Demo mitorganisiert hat.

"Wohnraum sollte keine Ware sein". Das Mietenwachstum wird unter anderem durch den starken Zuzug beschleunigt: In den vergangenen zehn Jahren stieg die Einwohnerzahl Berlins laut Statistischem Landesamt um mehr als 350.000 auf gut 3,7 Millionen.

Zustimmung erhielten die Demonstranten vom Regierenden Berliner Bürgermeister Michael Müller (SPD).

85 Prozent aller Menschen in Berlin leben in Mietwohnungen. "Der Bund muss jetzt liefern". Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke) sagte dem RBB-Fernsehen, der Senat mache alles, was er auf Landesebene tun könne. Dass bei bestehenden Verträgen die Miete um 15 Prozent in drei Jahren steigen dürfe, sei beispielsweise zu hoch.

Die Berliner CDU hingegen sah die Verantwortung für die steigenden Mieten bei der rot-rot-grünen Landesregierung. Über 220 Initiativen und Organisationen haben durch die Unterstützung der Demonstration "ein überwältigendes Zeichen des Aufbruchs gesetzt", erklärte der Mieterverein. "Dieser Protest der Vielen in Form einer Demonstration ist sicher nicht der Schlusspunkt eines Aufbegehrens der Mieter*innen in den großen Städten", erklärten die Veranstalter. Für 2017 schätzte Berlins Sozial-Staatssekretär Alexander Fischer (LINKE) die Zahl bereits auf 50.000 und mehr.


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