Volkswagen ließ Zulieferer monatelang beschatten

Man habe Auskünfte im Rahmen des rechtlich Zulässigen einholen lassen.

Volkswagen soll im Streit mit dem Zuliefererunternehmen Prevent mehrere Dutzend Personen bespitzelt haben. Dieser hatte hohe Schäden und Risiken für die Wolfsburger zur Folge. Ziel des Autobauers sei es gewesen mehr Transparenz über die Unternehmensgruppe zu erhalten. "Nach unseren Erkenntnissen sind die Recherchen von dem Dienstleister stets im Rahmen der rechtlichen Vorschriften durchgeführt worden", sagte der Sprecher. Ein Jurist aus der VW-Einkaufsabteilung habe über die Kanzlei Hogan Lovells eine Berliner Sicherheitsfirma beauftragt, die Informationen über insgesamt 37 "Zielpersonen" beschaffen sollte, schreibt die "Bild am Sonntag". Beide Firmen gehören zur Unternehmensgruppe Prevent. "Im Sinne unserer Mitarbeiter und Partner müssen die Verantwortlichen umgehend und abschließend Klarheit schaffen", ließ das Unternehmen am Sonntag erklären. Das Vorgehen von VW habe die Firma zutiefst schockiert, weil offenbar auch das Privatleben von Mitarbeitern ausgeforscht worden sei. Dabei habe man betont: Alle gesetzlichen Regeln seien einzuhalten, sagte ein Vertreter der Kanzlei der Deutschen Presse-Agentur.

Der Autozulieferer Prevent verlangt vom Autobauer Volkswagen Aufklärung über Spitzelvorwürfe.

Der Zulieferer hatte sich im August 2016 einen heftigen Streit mit VW geliefert.

Im März hatte Prevent nun Kündigungen und Kurzarbeit an seinen eigenen Standorten Schönheide, Plauen und Stendal angekündigt, weil VW Verträge fristlos beendet habe. Daher würden bestehende Geschäftsbeziehungen regelmäßig überprüft. Auch Hogan Lovells stellte die Lage so dar.

Daimler liegt mit der Prevent-Gruppe in ähnlicher Weise im Clinch.


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