Direkte Konfrontation droht: Die USA und Russland könnten erstmals aufeinandertreffen

Die jüngste Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, Syrien schon bald mit Raketen anzugreifen, ist bei führenden deutschen Politikern auf scharfe Kritik gestoßen. Die Organisation für ein Verbot von Chemiewaffen (OPCW) hatte angekündigt, ein zehnköpfiges Expertenteam für eine Untersuchung nach Duma schicken zu wollen. Russland erklärte, die Rebellen hätten den Angriff inszeniert. Mehr als 500 Personen wurden demnach in Spitälern behandelt. Die UNO sprachen unter Berufung auf Berichte von mutmaßlich 49 Getöteten und Hunderten Verletzten.

Um welche Maßnahmen es sich dabei handeln könnte, blieb offen. Zwei von Russland zur Abstimmung vorgelegte Resolutionsentwürfe wurden ebenfalls abgelehnt. Syriens Verbündeter Russland warnte vor einer Eskalation. Auch Bolivien stimmte dagegen, China enthielt sich. Russland und die USA sind - gemeinsam mit China, Frankreich und Großbritannien - ständige Mitglieder mit Veto-Recht im Sicherheitsrat und können mit ihrem Veto jede Resolution zu Fall bringen.

Im Zuge der Debatten um die richtige Reaktion auf einen mutmaßlichen Giftgas-Angriff in Syrien, berief die britische Premierministerin Theresa May am Donnerstag ihr Kabinett zu einer Sondersitzung zusammen.

USA, Frankreich und Großbritannien machen Russland als Unterstützer Assads politisch für den Chemiewaffeneinsatz in Duma mit verantwortlich. Das Pentagon sei bereit, Trump militärische Optionen zur Verfügung zu stellen, erklärte er.

Israel und die USA machen das syrische Forschungszentrum SSRC (Scientific Studies and Research Center) für die Entwicklung chemischer und biologischer Waffen verantwortlich. Die US-Regierung werte weiter die Geheimdiensterkenntnisse aus und führe Gespräche mit ihren Partnern und Verbündeten.

May sagte nun am Samstagmorgen in London, es gebe ausreichende Beweise dafür, dass Syrien selbst die verbotenen Kampfstoffe eingesetzt habe. Der die Drohung enthaltene Tweet Trumps spiegele eine gefährlich leichtsinnige Herangehensweise an eine kritische Situation wider, sagte Kossatschow. Trump hatte vor einem Jahr bereits als Vergeltung für einen Giftgaseinsatz in der nordsyrischen Stadt Chan Scheichun einen Raketenangriff auf eine syrische Luftwaffenbasis angeordnet.

US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben seines Amtes noch keinen Zeitplan für eine Reaktion auf den mutmaßlichen Giftgasangriff in Syrien. Die Flugaufsichtsbehörde Eurocontrol schickte vorsichtshalber bereits Warnungen an alle Fluggesellschaften, dass es im Luftraum über Syrien in den nächsten 72 Stunden zu Raketeneinsätzen kommen könne.


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