Hoeneß erzürnt: Bobic-Aussagen sind "unverschämt"

Doch nun kommt alles anders, nachdem bekannt geworden ist, dass Niko Kovac ab kommender Saison Trainer des FC Bayern München wird. Am späten Donnerstagabend überschlugen sich die Ereignisse. Kovac spricht Deutsch, er weiß sich auszudrücken, wenn es sein muss, auch mit echt Berliner Schnauze. Kurz darauf meldete der "Kicker", der 46-Jährige habe Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic im Laufe des Tages über diesen Schritt informiert. Angeblich sei der Deal sogar schon seit zwei Wochen perfekt. Die Ablöse sei in diesem Fall mit 2,2 Millionen Euro festgeschrieben. Bobic, der gerade aus Kopenhagen zurückgekehrt war, wo er die Verpflichtung des neuen Torwarts Frederik Rönnow (siehe nächste Seite) in trockene Tücher gebracht hatte, sagte zu den Berichten: "Ich komme gerade aus dem Flieger aus Dänemark, ich habe keinen Anruf bekommen. Niko redet immer mit mir, aber es sind keine Infos zu mir geflossen". Ähnlich bedrängt fühlte er sich offenbar von der Frage, wann der erste Kontakt der Bayern mit Kovac zustande gekommen sei, dass er sich zu einem Wutausbruch hinreißen ließ, wie ihn die Fußballwelt seit Jahrzehnten von ihm kennt. Heynckes bestand darauf, den Freundschaftsdienst, den er den Bayern mit seiner spontanen Rückkehr erwiesen hatte, wie vereinbart auf diese Saison zu begrenzen.

Sei's drum. Kovac wurde spätestens nach dem Ausscheiden von Thomas Tuchel aus dem Kandidatenkreis der Heynckes-Nachfolger (Hoeneß: "Das war schade, aber das war kein Schock") zur sinnvoll (st) en Lösung hochgestuft. Der Ex-Dortmunder steht nach Medienberichten vor einem Engagement beim französischen Topclub Paris Saint-Germain.

Dadurch unterschied sich der Eintracht-Coach am Ende von anderen verbliebenen Kandidaten wie Ralph Hasenhüttl (RB Leipzig) oder Jürgen Klopp (FC Liverpool).

"Der Start der Abschiedstour des neuen Bayern-Trainers mit Frankfurt misslingt völlig". Als die nach früher Gladbacher Führung sehr einseitige Partie beendet war, holten die Bayern-Bosse jedoch zur verbalen Grätsche aus. Er könne nachvollziehen, "dass Fredi nicht glücklich ist", weil die Eintracht einen erfolgreichen Trainer verliere. Dem Vernehmen nach soll er seinen Bruder Robert als Co-Trainer mitnehmen. "Er war Spieler bei Bayern, er kennt die handelnden Personen sowie die Strukturen und die DNA des Clubs sehr gut". Der einstige Mittelfeldspieler stieg 2009 bei den Junioren von Red Bull Salzburg als Trainer ein, zwei Jahre später war er Assistent in der Profimannschaft des Klubs.

Die Bedenken unter den Bayern-Fans, dass Kovac in seiner Trainerkarriere noch kein Champions-League-Spiel bestritten und noch keinen Titel gewonnen hat, wischte am Freitag sein Vorgänger vom Tisch. Die Eintracht hatte sehr verärgert auf die Veröffentlichung seitens mehrerer Medien am Donnerstag reagiert.


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