Lawrow zweifelt OPCW-Bericht zu Skripal an

Der Bericht verschweige ein entscheidendes Details, so Lawrow: Der verwendete Kampfstoff stamme aus dem Westen, nicht aus Russland.

Russland zweifelt den Bericht der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) über den Giftanschlag auf den Ex-Doppelagenten Sergej Skripal an. Moskau werde die Organisation mit den Schweizer Ergebnissen konfrontieren. In den Blutproben seien Spuren des chemischen Kampfstoffs BZ nachgewiesen worden, der in der Vergangenheit vom Westen eingesetzt worden sei.

Im Bericht der OPCW sei diese Information aber nicht aufgetaucht. Lawrow sagte der Agentur Interfax zufolge, weder in Russland noch in der Sowjetunion seien Giftstoffe entwickelt worden, die der Formel entsprechen: "Diese Substanz findet sich im Arsenal der US-Armee, Großbritanniens und anderer Nato-Länder".

Skripal und seine Tochter Julia waren Anfang März bewusstlos auf einer Parkbank im südenglischen Salisbury gefunden worden.

Laut Lawrow, der sich auf "vertrauliche Informationen" berief, hatten die Experten des auf die Analyse von C-Kampfstoffen spezialisierte Labor in Spiez BE ihre Untersuchungsergebnisse an die OPCW übermittelt. Die Organisation äußerte sich auch nicht dazu, wer für den Anschlag auf Skripal und seine Tochter verantwortlich ist. Die britische Behörden gehen davon aus, dass der in der früheren Sowjetunion entwickelte Stoff Nowitschok verwendet worden war. Damals seien E-Mail-Konten von Julia Skripal das Ziel von Cyberexperten des Militärgeheimdienstes GRU gewesen, erklärte der britische nationale Sicherheitsberater Mark Sedwill.

Die russische Regierung weist eine Verwicklung in den Anschlag zurück und hatte bereits am Donnerstag betont, die Schlussfolgerungen der OPCW nicht anzuerkennen, solange nicht auch russischen Experten Zugang zu den in dem Bericht erwähnten Proben gewährt werde. Der Fall führte zu einer schweren diplomatischen Krise zwischen Russland und Großbritannien sowie zahlreichen weiteren westlichen Staaten.


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