Montenegro: Langzeitpremier Djukanovic bei Präsidentenwahl klar in Führung

Nach der Auszählung von mehr als 80 Prozent der Stimmen kommt der sozialistische Politiker auf etwa 53 Prozent der Stimmen, sein schärfster Rivale Mladen Bojanic auf 34 Prozent. Ähnlich fielen auch die Hochrechnungen des Zentrums für Demokratische Transition CDT aus.

Boris Raonic von der Nichtregierungsorganisation Bürgerallianz aus Podgorica, erinnert daran, dass Djukanovic von 1998 bis 2002 schon einmal Staatspräsident war: "Damals war er mächtiger als der Ministerpräsident und seine Berater waren mächtiger als einige Minister". Im Oktober 2016 trat er zurück. Sein Gegenkandidat Bojanic sagte bei der Stimmabgabe, Djukanovic wolle Montenegro in eine "Diktatur" verwandeln.

Insgesamt 540 000 Menschen waren in Montenegro zur Wahl aufgerufen.

In dem 620.000-Einwohner-Staat kommt es immer wieder zu Morden auf offener Straße und Autobombenanschlägen, die der organisierten Kriminalität zugeschrieben werden. Kritiker werfen ihm einen autoritären Führungsstil und Verbindungen zur organisierten Kriminalität vor. Djukanovic will den Balkanstaat in die EU führen. Dies sei wichtig, damit Montenegro "auf dem Pfad der Entwicklung bleibe", sagte er im Wahlkampf.

Die zersplitterte montenegrinische Opposition hatte Djukanovic wenig entgegenzusetzen. Djukanovic versicherte, er wolle "normale Beziehungen zu Russland", wenn das Land bereit sei, "das Gleiche zu tun". Montenegro leidet unter einer hohen Arbeitslosenquote von rund 20 Prozent. Trotz der traditionell engen Bindung seines Landes zu Russland will der 56-Jährige Montenegro stärker in Europa integrieren und hofft, es als Nächstes in die Europäische Union bringen zu können. Der durchschnittliche Lohn liegt bei nur rund 500 Euro monatlich. Brüssel hält eine EU-Mitgliedschaft bis 2015 für möglich. Die EU-Kommission ist allerdings unzufrieden mit dem Reformtempo im Land. Die Korruption sei in vielen Bereichen vorherrschend und bleibe ein Grund zur Sorge.


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