OPCW-Experten dürfen bisher nicht nach Duma

"Seit 2016 will Russland jede OPCW-Ermittlung zu Vorwürfen gegen das syrische Regime wegen des Einsatzes von Chemiewaffen untergraben", sagte der britische Botschafter Peter Wilson bei einer Sondersitzung des Exekutivrates der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) am Montag in Den Haag.

Die Experten der OPCW sollten am Sonntag mit ihren Untersuchungen in Duma beginnen, trafen sich stattdessen jedoch mit Behördenvertretern in ihrem Hotel in Damaskus. Der US-Vertreter Ward äußerte den Verdacht, Russland könne den Ort des möglichen Chemiewaffeneinsatzes in Duma manipuliert haben.

Russland weist den Vorwurf in einer kurzen Stellungnahme zurück. "Das ist vollkommen ausgeschlossen. Das ist eine weitere Erfindung der Briten", sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow in Moskau. Die Nachrichtenagentur AP berief sich allerdings auf einen ranghohen russischen Diplomaten, wonach zunächst eine Erlaubnis der UN vorliegen müsse, bevor die Kontrolleure durchgelassen würden.

Der Westen macht die syrische Staatsführung für den mutmaßlichen Giftgasangriff vom 7. April in der Stadt Duma in der einstigen Rebellenenklave Ost-Ghuta verantwortlich. Bei der Attacke wurden nach Angaben von Helfern mehr als 40 Menschen getötet.

In der Nacht zum Samstag hatten die Streitkräfte der USA, Frankreichs und Großbritanniens Ziele in Syrien mit Raketen angegriffen. Nach Angaben aus Washington und Paris richteten sich die Angriffe gegen Einrichtungen zur Chemiewaffen-Produktion.


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