Vergeltung für Giftgaseinsatz: Westmächte greifen Syrien an

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, zuvor eine der treibenden Kräfte für einen Angriff auf Syrien, sieht jedoch auch einen Notwendigkeit zum Dialog zu rückzukehren, vor allem mit Russland. Dennoch sei das wesentliche Problem, dass der Westen keine "glaubwürdige, kohärente oder abgestimmte Strategie" habe, Assad und seine Verbündeten bei der brutalen Eroberung Syriens zu stoppen. Aber das Feld dem Iran überlassen? Präsident Baschar al-Assad sei kein Mensch, er sei ein "Monster".

Nach Angaben des Vorsitzenden des US-Stabschefs Joseph Dunford haben die USA die russischen Streitkräfte in Syrien nicht vor den Angriffen informiert. Es dürfe in Syrien nicht mehr gekämpft werden.

Am Samstag hatten sich die USA und Russland auf einer von Moskau geforderten Sondersitzung in New York gegenseitig mit Beschuldigungen überzogen. Eine ranghohe US-Regierungsmitarbeiterin sagte, die USA seien zu der Einschätzung gelangt, dass bei dem Angriff sowohl Chlorgas als auch Sarin verwendet worden seien.

US-Verteidigungsminister James Mattis sprach von einer begrenzten, einmaligen Intervention.

Russlands Präsident Putin warnte die USA und ihre Verbündeten vor weiteren Bombardements. Alle an dem Militärschlag beteiligten Soldaten seien gesund zurückgekommen. Der Demokrat, der heute in der Opposition sitzt, hat unter dem früheren US-Präsidenten im Weißen Haus, im Außenministerium und im Pentagon gearbeitet. Ein konkreter Zeitplan wurde nicht genannt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte zwar noch am Donnerstag eine aktive deutsche Mitwirkung an einem Angriff auf Syrien abgelehnt, die Aktion am Sonnabend gleichwohl gutgeheißen.

"Wir sind entschlossen, (die Terrormiliz Islamischer Staat) ISIS vollständig zu vernichten und die Voraussetzungen dafür zu schaffen, die ihre Rückkehr verhindern werden", erklärte Sanders.

Donald Trump will an seinem Plan festhalten. Und es sind große Krieger. Trump dagegen deutete in seiner Ansprache am späten Freitagabend mögliche Fortsetzungen an: "Wir sind bereit, diese Erwiderung aufrechtzuerhalten, bis das syrische Regime die Verwendung verbotener chemischer Substanzen beendet".

"Ein perfekt ausgeführter Einsatz vergangene Nacht", twitterte Trump. Diese Sichtweise vertritt er seit Beginn des Bürgerkriegs. Er denkt in Bezug auf Syrien in zwei Kategorien: den Kampf gegen den IS, den er für so gut wie beendet hält, und den Bürgerkrieg, aus dem er sich raushalten will. Das Eingreifen der USA galt aber weitgehend als symbolisch. Das Ergebnis hätte nicht besser sein können: "Mission erfüllt!" Aus Sicht der drei Staaten gab es keinen Zweifel daran, dass die syrische Armee hinter dem Einsatz der international geächteten Chemiewaffen stand. Assad bestreitet dies.

Militärisch gesehen ergebe der Giftgas-Einsatz für das Assad-Regime Sinn, erklärten die französischen Experten. Obama wählte stattdessen eine diplomatische Lösung mit einer Absprache über die Zerstörung des syrischen Chemiewaffenarsenals. Der Einsatz richtete sich demnach gegen die Infrastruktur der chemischen Waffenproduktion in dem Land.

Am Tag nach den Angriffen der Westmächte beschäftigen sich Europas Zeitungen mit der Frage, ob das militärische Einschreiten der Westmächte gerechtfertigt war.

Doch seitdem rutschte Syrien auf Trumps Prioritätenliste wieder zunehmend nach unten. "Sie könnten wiederum die Verbündeten der USA angreifen".


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