Die Journalisten hinter Weinstein-Enthüllungen gewinnen Pulitzer-Preis

New York Der Pulitzer-Preis ist für die Auszeichnung von Journalisten bekannt.

Jodi Kantor und Megan Twohey sowie Ronan Farrow hatten mit ihren Berichten in der "New York Times" und im "New Yorker" im Oktober 2017 die #MeToo-Bewegung losgetreten, in der sich Opfer sexueller Übergriffe zu Wort meldeten. Durch die Berichterstattung in den Zeitungen "New York Times" und "New Yorker" seien die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen worden für "lang unterdrückte Vorwürfe über Nötigung, Gewalt und erzwungenem Schweigen der Opfer". Das verkündete Dana Canedy im Namen der Jury an der Columbia University in New York. "Dieser Moment wird als Abrechnung bezeichnet, aber wir haben erst angefangen, die Wahrheit über alten Machtmissbrauch zu sagen".

Die meisten der weiteren Kategorien - abseits jener Preise, die journalistischen Disziplinen wie chronikaler Berichterstattung, Kulturkritik oder Cartoon gewidmet sind - hatten mehr oder weniger direkt mit US-Präsident Donald Trump zu tun und bezogen damit gegen dessen "Fake News"-Vorwürfe für unliebsamen Journalismus Stellung".

Der TV-Sender NBC hatte Farrows Geschichte über Weinstein abgelehnt und war beschuldigt worden, Berichterstattung über sexuelle Übergriffe unterdrücken zu wollen.

Der US-Rapper Kendrick Lamar (30) ist mit einem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Zusammen mit der "Washington Post" wurde die Zeitung für ihre Berichterstattung über die mögliche russischen Einflussnahme während des US-Wahlkampfs ausgezeichnet. In der Musik-Kategorie obsiegte Rapper Kendrick Lamar mit seinem Album "Damn", das mit Virtuosität und Authentizität überzeugt habe und die Komplexität des afro-amerikanischen Lebens heute darstelle. Der 1987 in Kalifornien geborene Lamar gilt als einer der derzeit bedeutendsten und erfolgreichsten Rapper. Er hat auch schon mehrere Grammys gewonnen.

Auch die Berichte über die geplante Mauer an der US-Grenze mit Mexiko ("Arizona Republic"), die Heroin-Epidemie in Ohio ("Cincinnati Enquirer") und über Dylan Roof, der in einer Kirche in Charleston neun Afroamerikaner erschoss ("GQ"), wurden ausgezeichnet.

Der Preis für den besten Roman ging an Andrew Sean Greer für sein Buch "Less", als bestes Theaterstück wurde Martyna Majoks "Cost of Living" ausgezeichnet. Mal vergeben. 14 der 21 Preiskategorien sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, die restlichen Literatur, Musik und Theater.

Die Pulitzer-Preise gelten als die höchste Auszeichnungen der Medienbranche und wurden am Montag zum 102. Mal vergeben. Die Gewinner bekommen eine Urkunde und 10.000 Dollar (etwa 8900 Euro) bei einem festlichen Mittagessen in einigen Wochen.


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