Giftgas-Einsatz: Großbritannien wirft Russland und Syrien vor, Ermittlungen zu behindern

Die OPCW soll nur ermitteln, ob es einen Giftgaseinsatz gegeben hat. Am Mittwoch, heißt es nun von russischer Seite. Nach den mutmaßlichen Giftgasangriffen "wissen wir alle, dass Syrien seit 2013 ein geheimes Chemiewaffenprogramm" betrieben habe, sagte der Botschafter.

Die Experten der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) wollten am Samstag mit der Untersuchung des mutmaßlichen Giftgasangriffes im Osten der syrischen Hauptstadt Damaskus beginnen. Das kündigte der russische Botschafter Alexander Schulgin am Montagabend in Den Haag an. Das russische Militär will den Ort für Inspekteure sichern, versprach Generalmajor Juri Jewtuschenko.

Russland strebt unterdessen trotz der westlichen Raketenangriffe auf Syrien einen Dialog mit den USA an. Die OVCW kann und wird keine Informationen über laufende Ermittlungen veröffentlichen. Das Experten-Team, das den mutmaßlichen Giftgasangriff untersuchen soll, sei zwar bereits am Sonnabend in Damaskus eingetroffen, könne aber nicht weiterreisen, teilten die britische und die schwedische Delegation bei der OPCW auf Twitter mit.

Der US-Vertreter bei der OPCW verdächtigte Russland, in Duma Beweise manipuliert zu haben. "Das ist eine weitere Erfindung der Briten", sagte Vizeaußenminister Sergej Rjabkow in Moskau. Am Samstag haben die USA und Frankreich zusammen mit Großbritannien Syrien daher angegriffen. Die Reise der OPCW-Experten sei bislang nur deshalb gescheitert, weil die Sicherheitsabteilung des UN-Sekretariats sie noch nicht genehmigt habe.

Großbritannien warf Russland vor, die Ermittlungen in Syrien zu blockieren.

Gleichzeitig verteidigte May die britische Beteiligung an dem Militärschlag. "Was sich abgespielt hat, war eine inszenierte Sache", sagte Lawrow.

Schnell zu handeln sei wesentlich gewesen, um weiteres menschliches Leid zu verhindern und die Sicherheit der beteiligten Streitkräfte zu gewährleisten, sagte sie. Die Länder reagierten damit nach eigener Darstellung auf den mutmaßlichen Einsatz von Chemiewaffen im syrischen Bürgerkrieg, für den sie Präsident Baschar al Assad verantwortlich machen. Oppositionsführer Jeremy Corbyn kritisierte die Luftangriffe als "rechtlich fragwürdig".


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