Transplantation: Franzose bekam "drittes Gesicht"

Jerome Hamon ist der erste Mann weltweit, der sich zwei Mal einer Gesichtstransplantation unterzogen hat.

"Das zweite Gesicht habe ich sofort akzeptiert". Er habe sogar schon einen Wochenendausflug in die Bretagne unternehmen können. Zuvor war der 43-Jährige zwei Monate lang ohne Gesicht in einem Krankenhaus in Paris, während ein kompatibler Spender gesucht wurde. Weil er Reaktionen der Passanten fürchtete, traute sich der Mann vor seiner ersten Transplantation nicht mehr auf die Straße. Durch diesen entstehen wuchernde Tumore im Gesicht, die dieses deformieren. Zu diesem Zeitpunkt war er 35 Jahre alt. Erstmals transplantierten die Ärzte auch die Augenlider und das komplette Tränenwegsystem. Der Bart begann zu sprießen, der Patient konnte essen und sprechen.

2015 erkrankte Hamon jedoch und erhielt Medikamente, die sich nicht mit den Mitteln vertrugen, die eine Abstoßung des neuen Gesichts verhindern sollten.

Jerome Hamon ließ sein erstes transplantiertes Gesicht im vergangenen November nach Anzeichen einer Abstoßung nach einer Behandlung mit einem inkompatiblen Antibiotikum während einer Erkältung entfernen. Auch sein Hören war eingeschränkt.

Die Zeit ohne Gesicht sei für den Patienten besonders gefährlich gewesen: "Wenn man keine Haut hat, hat man Infektionen", sagte Lantieri der Zeitung Le Parisien.

Im Januar, zwei Monate nach dem Absterben des Gewebes, fanden die Ärzte schließlich einen neuen Spender. Ich dachte, das ist mein neues Gesicht.

"Das alles durchzumachen ist, wie einen Atomkrieg durchzustehen", sagt Lantieri, der ihm auch beim zweiten Mal das Gesicht transplantierte. "Dafür geht es ihm gut".

Ein Franzose ist der erste Mensch der Welt, bei dem zwei Gesichtstransplantationen durchgeführt wurden. Mit seinem neuen Gesicht habe er es geschafft, ein paar Jahrzehnte zu überspringen, sagt Hamon. "Ich bin 43. Der Spender war 22". Der scherzte im französischen Fernsehen: "Ich bin 43". Der 43-Jährige hat nach einer zweiten Transplantation sein "drittes Gesicht" bekommen.

Andere Ärzte, die bereits Gesichtstransplantationen vorgenommen haben, erklären, mit Abstoßungen und einer begrenzten Haltbarkeit müsse man rechnen. "Die Transplantate verlieren irgendwann ihre Funktion und verformen sich - das könnte ein guter Zeitpunkt sein, um eine Re-Transplantation in Erwägung zu ziehen". Noch wissen Ärzte deshalb nicht, wie lange die Transplantate überdauern.


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