Studie liefert Hinweise auf Schädlichkeit von Süßstoffen

Allerdings untersuchten Brian Hoffmann vom Medical College of Wisconsin und seine Kollegen nur Aspartam und Acesulfam.

Süßstoffe gelten als gesunde Alternative zum Zucker.

Zucker oder Süßstoff? Diese Frage entzweit Experten seit Jahrzehnten. Australische beziehungsweise kanadische Wissenschaftler stellten zudem fest, dass solche Süßungsmittel zu starkem Hunger führen und die Gewichtszunahme fördern können. Nun stützt eine neue Studie aus den USA diese Theorie. Das Problem bei Süßstoffen sei oft, dass sie dem hungrigen Körper die Kalorien vorenthalten, nach denen dieser lechzt - und dass man deshalb meist mehr isst, oft ohne schlechtes Gewissen, da das Verzehrte ja kalorienarm sein soll.

Die Forscher präsentierten ihre Ergebnisse am Sonntag auf der Fachkonferenz "Experimental Biology" in San Diego.

Laut den Studienautoren wurden in jüngster Zeit aber auch "die negativen Auswirkungen des Verzehrs von kalorienfreien Süßstoffen anstelle von Zucker in zunehmendem Maße als potentieller Beitrag zum dramatischen Anstieg von Diabetes und Fettleibigkeit" erkannt.

US-Forscher haben in Tierversuchen neue Hinweise darauf gefunden, warum kalorienfreie Süßstoffe nicht zwingend schlank machen und sogar schädlich sein können.

Bei Ratten und in Zellversuchen fanden sie heraus, dass sich nach dem Genuss bestimmter Süßstoffe der Stoffwechsel und auch die Auskleidung der Blutgefäße ungünstig verändern.

In einem Teil der Studie fütterten die Forscher eine Gruppe Ratten mit Zucker, eine andere mit Süßstoffen. Zudem sahen sie, dass Acesulfam sich im Blut anreicherte. Dies könne die Zellen schädigen, die die Blutgefäße auskleiden, berichten die Forscher allerdings nur mit Verweis auf Laborversuche mit Zellen.

Der Körper habe die Fähigkeit, Zucker im moderaten Ausmaß zu verarbeiten, folgert Hoffmann. Wer langfristig auf Süßstoffe setze, nehme Veränderungen im Fett- und Energiestoffwechsel in Kauf, so die Forscher.

Mediziner wie Stefan Kabisch vom Institut für Ernährungsforschung in Potsdam betonen jedoch, dass die Studie keine umfassende Aussage über Vor- und Nachteile von Süßstoffen zulasse. Außerdem seien die Ergebnisse keineswegs direkt auf Menschen zu übertragen. Mittel wie Sucralose, Stevia, Saccharin seien ebenfalls weit gebräuchlich "und unterscheiden sich von den zwei untersuchten Substanzen in vielerlei Hinsicht", so Kabisch laut dpa.

Hinweise, dass Süßstoffe nicht automatisch beim Abnehmen helfen oder sogar schädlich sein können, hätten bereits andere Studien erbracht.

Neben Stoffwechselmechanismen könnte auch das Essverhalten bewirken, dass man trotz Zuckerverzicht zunimmt: "Was man an Kalorien mit Süßstoffen spart, legt man - bewusst oder unbewusst - mit anderen Nahrungsmitteln wieder zu".

Vor moderatem Konsum von Süßstoffen warnen weder amerikanische noch hiesige Wissenschaftler. Eine offizielle Empfehlung, sie zum Abnehmen oder zum Zuckersparen dauerhaft einzusetzen, gibt es allerdings auch nicht.

"Statt Zucker durch Süßstoffe zu ersetzen, rät die DGE, die Ernährung grundsätzlich auf 'weniger süß' umzustellen."


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