Forscher untersuchen die "Fressfalle Chips"

Wissenschaftler der Universität Erlangen haben zunächst in Versuchen mit Ratten herausgefunden, dass ein bestimmtes Verhältnis von Fett und Kohlenhydraten Nahrungsmittel besonders attraktiv macht. Bei manchen Snacks können wir einfach nicht mehr aufhören, wenn wir einmal angefangen haben.

Denn Ratten, welche die gleiche Fett-Kohlenhydrate-Mischung erhielten, wie sie in Kartoffelchips vorliegt, zeigten eine weniger ausgeprägte Aktivierung im Gehirn, als Tiere nach dem Verzehr der Chips. Das ist eine Region, die am sogenannten Belohnungszentrum des Gehirns beteiligt ist. Dabei spielt Dopamin eine große Rolle.

Laut einer neuen Studie wird beim Chips-Essen das Belohnungszentrum aktiviert.

Laut Isa Mack vom Universitätsklinikum Tübingen werde das Thema Ess-Sucht in der Wissenschaft jedoch sehr kontrovers diskutiert.

Immer Sommer ist Fußball-Weltmeisterschaft - für viele Fans gehört etwas zum Knabbern zwingend dazu. Das sagt Studienleiter Andreas Hess gegenüber der "dpa".

Fest steht aber, dass das Belohnungszentrum eines Menschen mit einem höheren BMI besonders stark reagiert. Dass es auf "süß und fettig" reagiere, sei unser "evolutionäres Erbe". "Hirnaktivitäten sind wandelbar", sagte die Ernährungswissenschaftlerin. Jedoch kann sich dieses Phänomen, beispielsweise bei einer Gewichtsabnahme, ändern.

Die eigentliche Vermutung der Forscher lautete: je fetthaltiger eine Speise ist, also je größer ihr Energiegehalt ist, desto positiver wird sie bewertet. "Dem war aber nicht so", erläuterte Hess. Das optimale Verhältnis liegt laut den Wissenschaftlern bei 35 Prozent Fett zu 45 Prozent Kohlenhydraten. Dazu zählen unter anderem auch Schokolade oder Nuss-Nougat Creme.

"Das Säugergehirn ist nicht nur auf hohen Energiegehalt aus, sondern auf dieses Mischungsverhältnis. Das spricht das Belohnungszentrum besonders gut an". Als Spezies sei der Mensch noch sehr jung und gute Ernährung, wie wir sie heute haben, sei relativ neu.

Eine Erklärung könnte sein, dass Kohlenhydrate schnell Energie liefern und Fett für die langfristige Versorgung zentral ist.

"Überraschend ist, dass sich Ratte und Mensch hier relativ ähnlich zu verhalten scheinen", sagt der Ernährungsmediziner Hans Hauner von der TU München. Vor allem früher, als noch nicht durchgehend genügend Lebensmittel vorhanden waren, war dieses Prinzip der Ernährung sehr sinnvoll. "Erst seit 50 Jahren haben wir einen Überschuss an Nahrungsenergie, sodass dieses Prinzip zunehmend zu einem Problem wird und insbesondere Übergewicht fördert", so der Experte.

Wie es in der Agenturmeldung heißt, hätten die Erlanger Forscher in ihrer Studie ausgeschlossen, dass das Salz bei der Attraktivität des Futters, also der Chips, eine große Rolle spielt.

Laut Isa Mack spielten allerdings auch andere Dinge für die Beliebtheit eines Lebensmittels eine Rolle. Mack halte das jedoch nicht für irrelevant.

Außerdem mache auch Fett allein durch seine Energiemenge das Essen beziehungsweise Futter durchaus attraktiver. Ab einem bestimmten Punkt könne der Körper mit zu viel Fett aber nicht mehr gut umgehen und es schmecke dann auch nicht mehr: "Wenn ich eine halbe Butter essen würde, würde mir kotzübel".


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