Neue Regeln für Selbstzahler-Leistungen beim Arzt

Es handelt sich dabei um eine kostenpflichtige medizinische Zusatzleistung.

Jeder zweite Patient wird beim Arztbesuch eine Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) verkauft.

Eher kritisch stuften die Medizinexperten der Kassen auch Angebote für MagnetresonanztomographienMDS-Geschäftsführer Peter Pick sagte, die Angebote orientierten sich nicht am nachgewiesenen Nutzen, sondern an Vorlieben von Arztgruppen und Umsatzinteressen der Praxen. Befragt wurden rund 2000 Patienten.

Patientenschützer fordern strengere gesetzliche Vorgaben für ärztliche Leistungen, die in Praxen selbst zu bezahlen sind. "Das ist nicht hinnehmbar", erklärte Pick.

Nach Angaben des Projektleiters der Umfrage, Christian Weymayr, wurden nur vier Prozent der Leistungen von Patienten nachgefragt. Das bedeute: "Wenn Ärzte igeln, dann tun sie das nur selten auf Wunsch der Patienten". "Das führt zu Verunsicherung, denn einzelne Angebote sind medizinisch umstritten und können sogar gesundheitsschädlich sein". Das Angebot reicht von der professionellen Zahnreinigung über die Laserbehandlung von Krampfadern und Reiseimpfungen bis zur Augeninnendruckmessung zur Früherkennung des grünen Stars. Eine alleinige Messung ohne eine Augenspiegelung werde vom Berufsverband aber als "Kunstfehler" eingestuft, kritisiert der Medizinische Dienst.

Frauen werde am häufigsten eine Ultraschall-Untersuchung der Eierstöcke zur Krebsfrüherkennung angeboten. Frauen würden durch Fehlalarme unnötig beunruhigt, es könnten auch gesunde Eierstöcke entfernt werden.

Der Berufsverband der Frauenärzte kritisierte, die MDS-Bewertungen brächten moderne Leistungen in Misskredit und säten Misstrauen gegen Ärzte. Vor allem Gynäkologen, Augenärzte, Orthopäden, Urologen und Hautärzte erzielen Untersuchungen der Kassen zufolge mit diesen Leistungen zusätzliche Einnahmen. So sei ein Ultraschall isoliert nur auf Eierstockkrebs nicht sinnvoll. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz forderte strengere gesetzliche Vorgaben. Patienten solle zwischen dem Angebot des Arztes und der Leistungserbringung eine vierzehntägige Bedenkzeit eingeräumt werde.


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