Vodafone will Unitymedia-Mutter für 18,4 Milliarden Euro übernehmen

Die bereits seit längerem erwartete Übernahme der grössten Teile des europäischen Geschäfts von Liberty Global (LBTYA 31.15 -5.35%) durch Vodafone (VOD 207.45 -1.54%) ist laut einem Pressebericht in trockenen Tüchern.

Vodafone und Liberty Global einigten sich auf einen Kaufpreis von 18,4 Milliarden Euro, wie Vodafone am Mittwoch mitteilte. Sie kritisieren, dass Vodafone durch die Übernahme eine Monopolstellung auf dem Kabelfernsehmarkt erlangen könne. Das haben die beiden Unternehmen am Mittwoch bekanntgegeben. Eine Übernahme schloss Vodafone damals aber aus. Unitymedia hat nach eigenen Angaben 7,2 Millionen Kunden und ist in den drei Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg vertreten. Neben dem Deutschland-Geschäft sollen auch das Liberty-Geschäft in Ungarn, Tschechien und Rumänien zu Vodafone wandern. Telekom-Chef Timotheus Höttges sprach zuletzt von einem Deal, der "vollkommen inakzeptabel" sei. Schon in den Jahren zuvor hatte es immer wieder Gespräche zwischen den beiden Unternehmen gegeben, ohne Erfolg. Bis 2022 sollen bis zu 50 Millionen Menschen Anschluss an die Gigabit-Autobahn erhalten. Für diese bedeute der Zusammenschluss "erstmalig großflächig schnelle und bezahlbare Gigabit-Anschlüsse", erklärte Ametsreiter. "Das hilft Deutschland, und wir glauben, dass wir damit einen wirklich starken Impuls für Innovation geben - und damit ein starkes Signal für den Markt".

Bei Vodafone geht man davon aus, dass der Kauf in rund einem Jahr, also Mitte 2019, vollständig über die Bühne geht. Denn durch die Übernahme könne letztlich mehr Wettbewerb erreicht werden: Wenn Vodafone bundesweit Anschlüsse verkaufen könne, ohne Gebühren an die Telekom zu zahlen, könnte dies auch die Telekom zwingen, attraktive Angebote zu machen.

Damit könnte Vodafone im ganzen Land Mobilfunk, Fernsehen und Breitband im Paket anbieten. Das wäre deutlich mehr als die Telekom derzeit mit ihren zumeist alten Telefonkabeln aus Kupfer auf der sogenannten letzten Meile erreicht. Nach dem Zukauf könnte Vodafone laut eigenen Angaben am Ende theoretisch rund zwei Drittel der Haushalte mit schnellem Internet versorgen.

Man kann natürlich jetzt diskutieren, ob es mit dieser Übernahme Probleme geben wird. Neben der Telekom brachten sich auch lokale Glasfasernetz-Anbieter gegen die Fusion in Stellung. Sie fürchten zudem, dass der Glasfaserausbau ausgebremst werden könnte.


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