ARD: Russland verweigert Doping-Experten die WM

ARD-Doping-Experte Hajo Seppelt wird die Einreise nach Russland anlässlich der Berichterstattung über die Fußball-WM von Seiten Russlands verweigert. Seppelt stehe auf der Liste der "unerwünschten Personen", teilte der TV-Sender am Freitag weiter mit. Man betrachte die Entscheidung "als einen einmaligen Vorgang in der Geschichte des ARD-Sportjournalismus". Bei Sportgroßereignissen wie der Fußball-WM oder den Olympischen Spielen sei der freie Zugang für Medienvertreter aus aller Welt üblicherweise selbstverständlich und gehöre auch zu den Voraussetzungen für die Vergabe an Ausrichterländer. Kommentar von Thomas Kistner mehr. Seppelt recherchiert seit vielen Jahren zu Doping im deutschen und weltweiten Spitzensport. Arbeitsschwerpunkte des 55-jährigen Berliners sind die Themen Doping, Sportpolitik und Olympia.

Im März verlängerte der Sender den Vertrag mit dem Dopingexperten. Er hatte unter anderem ein staatlich organisiertes Dopingsystem in Russland aufgedeckt.

ARD-Programmdirektor Volker Herres erklärte dazu, er habe "mit großem Unverständnis zur Kenntnis genommen", dass Seppelt die Einreise zur Fußball-WM nach Russland verweigert werden solle.

Der vielfach ausgezeichnete Journalist hat 2016 den Hanns-Joachim-Friedrichs-Preis bekommen, weil er nach Auffassung der Jury "Licht ins Dunkel mächtiger internationaler Dopingnetzwerke" bringt und "heftigen Widerstand von internationalen Sportorganisationen, Funktionären und Verkäufern glitzernder Großereignisse" provoziert.

Seppelts Film "Geheimsache Doping: Wie Russland seine Sieger macht" hatte die Aufdeckung des russischen Dopingskandals zur Folge.


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