Saint-Gobain verzichtet auf Sika-Übernahme

Durch die Prämie werde der Unternehmenswert von Sika etwa um 4 Prozent verwässert, rechnet Bernd Pomrehn von der Bank Vontobel vor. Künftig soll eine Einheitsaktie eingeführt werden. Zudem muss Saint-Gobain noch dieses Jahr reagieren. Saint-Gobain wird Aktionärin, übernimmt aber nicht die Kontrolle bei Sika. In ihr sind die Namenaktien der Familie Burkard gebündelt.

Der seit Ende 2014 dauernde Übernahmestreit zwischen der Sika-Führung, der Besitzerfamilie und dem französischen Industriekonzern Saint-Gobain ist vom Tisch: Die Parteien haben sich geeinigt. Fr.an das Schweizer Bauchemieunternehmen.

Bis um 09.40 Uhr klettern Sika um 10 Prozent auf 8'255 Franken in die Höhe, während sich der Gesamtmarkt in einem ruhigen Geschäft nach dem Auffahrtsfeiertag kaum von der Stelle bewegt. Am Ende wird sie einen Anteil von rund 11% an Sika halten. Sika und Saint-Gobain beabsichtigen zudem, die bestehende Geschäftsbeziehung zu erweitern. Laut Insidern sollen sie vereinbart haben, dass Saint-Gobain ein Teil ihres erworbenen Aktienpakets an Sika verkauft. Damit wird Sika zu einer reinen Publikumsgesellschaft.

Saint-Gobain verzichtet auf die Übernahme der Stimmenmehrheit und wird im Gegenzug finanziell entschädigt. Der Kaufpreis beträgt 3,22 Mrd. Fr. kosten. Das ist die Summe, die sie für die SWH bezahlt. Fr. und liegt damit mehr als 500 Mio. Darin spiegelt sich die Wertsteigerung der kotierten Inhaberaktie in den vergangenen dreieinhalb Jahren. Fr. enthalten. Im Vergleich mit dem Börsenkurs ist darin eine Prämie von 795 Mio. Fr. Dieser Preis enthält eine Erhöhung des im Dezember 2014 zwischen Saint-Gobain und der Familie Burkard vereinbarten Kaufpreises von knapp einer halben Milliarde Franken.

So soll der Kaufvertrag mit der Familienholding Schenker-Winkler Holding weiter umgesetzt werden. Bisher war es angesichts von zwei Aktienklassen möglich, mit einer Minderheit des Kapitals die Stimmrechtsmehrheit zu übernehmen.

Sechs der neun Verwaltungsräte leisteten gegen die Transaktion aber erbitterten Widerstand.

Saint-Gobain und Sika haben noch vor einem rechtskräftigen Urteil verhandelt, wie Recherchen zeigen. Ab der Generalversammlung im Juli 2015 beschränkte der Verwaltungsrat mit Berufung auf die sogenannte Vinkulierungsbestimmung in den Statuten das Stimmrecht der Sika-Erben in entscheidenden Fragen auf 5%. Die Auseinandersetzung wurde zu einem Gerichtsfall. Das Kantonsgericht Zug hat eine Klage im Oktober 2016 abgelehnt und dem Sika-VR recht gegeben. Die Vinkulierungbestimmungen sollten somit nur zur Anwendung gelangen, wenn ein Käufer die Sika-Aktien direkt, also nicht via Akquisition der Beteiligungsfirma, erwirbt.


Beliebt

VERBINDEN