Außenministerium warnt vor Besuch Jerusalems

US-Einrichtungen sollten am Montag gemieden werden.

Besonders in Jerusalem könnten gewalttätige Ausschreitungen nicht ausgeschlossen werden, heißt es auf der Webseite des Ministeriums (Stand von Freitag).

Ein halbes Jahr nach der US-Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt eröffnen die USA am Montag ihre Botschaft in Jerusalem. Am selben Tag finden auch die Feiern zum 70. Jahrestag der Staatsgründung Israels statt.

Rund 800 geladene Gäste sollen bei der Botschaftseinweihung anwesend sein, darunter Abgeordnete aus Washington, Vize-Außenminister John Sullivan sowie Präsidententochter Ivanka Trump und ihr Mann Jared Kushner. Bei der Feier geht es vor allem um viel Symbolik, denn die Botschaft ist zunächst nur eine Übergangslösung. Der Bau einer neuen Botschaft wird erst in einigen Jahren erwartet. An der Grenze zum Gazastreifen töteten israelische Soldaten einen palästinensischen Demonstranten. Sie gedenken dabei auch Hunderttausender, die während des 1. Nahostkrieges 1948 flohen oder vertrieben wurden. Auch dann wird noch mit Protesten gerechnet.

Bereits am Sonntag, dem Jerusalem-Tag, werden voraussichtlich Tausende Israelis die Eroberung von Ost-Jerusalem während des Sechstagekrieges 1967 feiern. Sie laufen dabei traditionell auch durch das muslimische Viertel in der Altstadt. Die Palästinenser wollen dagegen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen künftigen Staat Palästina. Für den Gaza-Streifen bestehe eine Teilreisewarnung. 18 Palästinenser seien durch Schüsse verletzt worden. Nach Angaben der israelischen Armee beteiligten sich etwa 15.000 Palästinenser an den Protesten. Bei den Krawallen seien Rohrbomben und Granaten auf israelische Soldaten geworfen, Reifen verbrannt und Sicherheitsinfrastruktur beschädigt worden.

Vor der Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem und den erwarteten Protesten Tausender in den Palästinensergebieten hat das Außenministerium Reisende vor dem erhöhten Konfliktpotenzial in Israel gewarnt. Israel lehnt das ab. In einer Rede am Freitag sagte Hamas-Führer Ismail Hanija, sie würden "die palästinensische Katastrophe" in eine israelische Katastrophe verwandeln. Am gleichen Tag zieht die US-Botschaft auf Beschluss von US-Präsident Donald Trump von Tel Aviv nach Jerusalem um.

Auch Tschechiens Präsident Milos Zeman würde die Botschaft seines Landes gerne in Jerusalem sehen. Zudem werde dort ein tschechisches Kulturzentrum eingerichtet.

Der endgültige Status Jerusalems ist einer der größten Streitpunkte im Nahost-Konflikt.


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