Säbeltanz und Iran-Sanktionen : Trump hat steigenden Ölpreis in der Hand

Am Dienstagabend waren die Ölpreise allerdings ohne ersichtlichen Grund deutlich gesunken. Im Jahr 2017 hatte ein Barrel derselben Sorte zeitweise weniger als 45 US-Dollar gekostet. Die Ölpreise sind damit wieder auf dem höchsten Niveau seit 2014, das sie bereits zu Wochenbeginn erreicht hatten.

Die USA hatten sich am Vorabend trotz massiven Widerstands europäischer Partner aus dem Abkommen über das Atomprogramm des Iran zurückgezogen.

US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag das Atomabkommen mit dem Iran aufgekündigt und harte Sanktionen gegen das Land angekündigt, ebenso wie gegen alle Staaten, die den Iran beim Streben nach einer Atombombe unterstützten.

Anleger hoffen nun, dass Exporteure wie Saudi-Arabien helfen, den Preisanstieg in Grenzen zu halten. Der weltweit größte Ölproduzent deutete am Mittwoch eine Erhöhung seiner Fördermengen an. Um Versorgungsengpässe zu vermeiden, werde man mit den grossen Produzenten und Verbrauchern innerhalb und ausserhalb der Opec sprechen, kündigte er an.

Die Aufkündigung des Atomabkommens dürfte weitreichende Folgen für den Ölmarkt haben und zu einer weiteren Verunsicherung im Nahen Osten führen, einer Region, in der ein Drittel des Weltbedarfs an Öl produziert wird.

"Es herrscht die Sorge, dass die iranischen Ölexporte um eine Million Barrel pro Tag zurückgehen", sagte Volkswirt Tomomichi Akuta von Mitsubishi UFJ Research and Consulting.

Einerseits wächst die Furcht vor einem zu geringen Angebot an Öl auf dem Weltmarkt, andererseits steigt die Nachfrage nach dem Rohstoff, da die Weltwirtschaft solide zulegt. Der größte Einbruch käme allerdings erst 2019, da die Sanktionen erst dann greifen würden.

Ferner ist das globale Rohölangebot knapp, weil die Förderung im Krisenland Venezuela, das im Besitz der größten Ölreserven der Welt sein soll, in den vergangenen Jahren dramatisch geschrumpft ist. Die tägliche Fördermenge von rund 3,8 Millionen Barrel (159 Liter) entspricht knapp vier Prozent der weltweiten Ölförderung. Die wichtigsten Abnehmerländer für iranisches Öl sind China, Indien, Japan und Südkorea.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.


Beliebt

VERBINDEN