Mitgründer der Berliner Schaubühne Karl-Ernst Herrmann mit 81 Jahren gestorben

Karl-Ernst Herrmann, aus der Lausitz gebürtig, war der neben Wilfried Minks wichtigste Bühnenbildner der deutschen Theatermoderne.

Berlin - Sein letzter Bühnenraum galt dem alterswilden König Lear, gespielt von Martin Schwab im Stuttgarter Schauspiel: Ins Parkett hinein wölbte sich, wie eine durchscheinende Hand des Todes, eine schwarze Tuchbahn.

Herrmann wurde 1936 in Neukirch/Oberlausitz geboren. Seit den 80er Jahren hat der Ostdeutsche, stets gemeinsam mit seiner Frau Ursel Herrmann, auch als Opernregisseur reüssiert. Dort arbeitete er 1968 mit Claus Peymann an der Freien Volksbühne zusammen. Von 1971 bis 1982 war er an der Schaubühne am Halleschen Ufer in Berlin engagiert, wo er vor allem mit Peter Stein und später mit Luc Bondy zusammenarbeitete. Hier entstanden legendäre Inszenierungen, etwa "Der Ritt über den Bodensee", "Peer Gynt", "Prinz von Homburg", "Drei Schwestern" und "Die Orestie" sowie die Uraufführungen der Stücke von Botho Strauß.

Danach folgten Engagements an bedeutenden Opernhäusern von Amsterdam bis Wien - und immer wieder bei den Salzburger Festspielen mit Dirigenten wie Sylvain Cambreling, René Jacobs und Simon Rattle.

Mit seiner Frau leitete er auch von 1995 bis 2002 die Klasse für Bühnenbild und Kostüme der Akademie der Bildenden Künste in München. Karl-Ernst Herrmann hat auch diese Aufgabe bravourös gemeistert: Der Bühnenbildner und Regisseur ließ die Liebespaare durch eine surreale Traumlandschaft wandeln - und entfaltete dabei eine solche Magie, dass die Produktion jahrelang lief.


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