Deutsche Wirtschaft legt im ersten Quartal um 0,3 Prozent zu

Mal in Folge gegenüber dem Vorquartal gestiegen sei.

Getragen wurde das Wachstum von der Konsumlust der Verbraucher, den Investitionen der Unternehmen in Maschinen und andere Ausrüstungen sowie dem Bauboom. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,3 Prozent, nachdem es im vierten Quartal 2017 um 0,6 Prozent zugelegt hatte.

Ökonomen hatten mit einer Abschwächung des Wachstums gerechnet. "Wir betrachten die eher verhaltene wirtschaftliche Entwicklung zu Jahresbeginn als eine temporäre Wachstumsdelle und nicht als den Beginn einer längeren Wachstumsabschwächung", erklärten Volkswirte des Versicherers Allianz. Der Zuwachs sei zwar niedriger ausgefallen als in den Vorquartalen, er sei aber nicht wirklich niedrig.

In den Vorquartalen lief die Wirtschaft noch deutlich besser. Deshalb sei der Aufschwung weitaus unempfindlicher gegen weltwirtschaftliche Verwerfungen als noch vor zehn Jahren, "und wenn diese Stabilitätskräfte weiter wirken, sind wir optimistisch, dass er sich fortsetzt".

Die deutsche Wirtschaft ist auch zum Jahresbeginn gewachsen, das Tempo hat sich aber abgeschwächt, so das Statistische Bundesamt in einer aktuellen Pressemitteilung.

Die Bundesregierung rechnet in diesem Jahr trotz des relativ schwachen Starts mit dem kräftigsten Wachstum seit 2011. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März nur noch um 0,3 Prozent zum Vorquartal zu und damit so langsam wie seit rund anderthalb Jahren nicht mehr. Es war das stärkste Plus seit sechs Jahren. "Hierin liegt tatsächlich ein Konjunkturrisiko - ja letztlich sogar ein Risiko für Wachstum und Wohlstand", sagte der Notenbankchef jüngst. Auch die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute sehen in den insbesondere von den USA angeheizten internationalen Handelskonflikten ein Risiko für die exportorientierte deutsche Wirtschaft.

Auch das Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone hat zu Jahresbeginn deutlich nachgelassen. Die Bundesagentur für Arbeit ermittelte im April 5,3 Prozent Arbeitslosenquote, -0,2 Prozentpunkte weniger als im März. Eine BIP-Wachstumsrate von spürbar über zwei Prozent im Jahresdurchschnitt wird damit schwierig zu erreichen. Volkswirte hatten eine Jahreswachstumsrate von 2,4 Prozent erwartet.

Artikel wurde um 11.10 MSZE aktualisiert.


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