Devisen: Euro gegenüber Dollar und Franken gesunken - Türkische Lira unter Druck

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan will die Notenbank des Landes im Falle eines Wahlsiegs im kommenden Monat stärker unter seine Fittiche nehmen.

Am 24. Juni wird in der Türkei erstmals zeitgleich sowohl der Präsident als auch das Parlament gewählt; dementsprechend heiß läuft inzwischen der Wahlkampf. Er geht davon aus, dass die Währungshüter dann seinem Wunsch nach niedrigeren Zinsen folgen werden.

Erdogan drängt auf niedrige Zinsen, um Firmen und Verbrauchern den Zugang zu billigem Geld zu ermöglichen.

Die Türkei ist in diesem Umfeld besonders stark betroffen, weil sich hier die Wirtschaft trotz eines nach offiziellen Zahlen äußerst hohen Wachstums in einer sehr heiklen Lage befindet.

Wenn die Bevölkerung wegen der Politik der Zentralbank Probleme habe, würde sie den Präsidenten dafür verantwortlich machen. Daher müsse er eingreifen, auch wenn das manchen nicht gefallen werde. Aber: "Wir müssen da das Bild eines in der Geldpolitik effizienten Präsidenten vermitteln".

Anfang Mai hatte Erdogan versprochen, nach der Wahl im Juni für niedrigere Zinsen und weniger Inflation zu sorgen.

Die türkische Notenbank hatte zuletzt die Zinsen leicht erhöht, um gegen die hohe Inflation und die schwache Währung anzukämpfen. Die türkische Währung geriet nach den Aussagen Erdogans unter Druck und fiel sowohl zum Euro als auch zum Dollar auf neue Rekordtiefs.

Dies trieb den Kurs des Dollar auf bis zu 4,3972 Lira. Damit beschleunigt sich die Abwertung der Lira weiter. Gleichzeitig flogen türkische Staatsanleihen aus den Depots der Anleger. Dadurch erreichte die Rendite der zehnjährigen Titel mit 14,46 Prozent den höchsten Stand seit mindestens acht Jahren. Der Leitindex der Istanbuler Börse büßte im europäischen Vergleich überdurchschnittliche 0,8 Prozent ein. Für das Präsidialsystem hatten sich die Wähler im vergangenen Jahr bei einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit ausgesprochen. Danach ist Erdogans Amt mit deutlich mehr Befugnissen ausgestattet.

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