Nordkorea lädt Journalisten auf Atom-Testgelände ein

Offenbar hat Nordkorea damit begonnen, Gebäude auf seinem Atomtestgelände abzureißen. Auch seien Gleise zu den Tunneln beseitigt worden, berichteten die Experten der auf Nordkorea spezialisierten Nachrichtenseite "38 North" des US-Korea-Instituts. Auch Erdarbeiten an einem neuen Tunnel seien seit März gestoppt, hieß es in dem Bericht. Einige wichtige Einrichtungen an den Eingängen des weitläufigen Testgeländes Punggye-ri im Nordosten des Landes seien abgerissen worden. Washington und Seoul begrüßten den Schritt.

Süd- und Nordkorea wollen am Mittwoch bei hochrangigen Gesprächen über die Umsetzung der Kooperationsvereinbarungen reden, die sie bei ihrem Gipfel vor zweieinhalb Wochen getroffen haben.

Nordkorea will acht Journalisten einer südkoreanischen Nachrichtenagentur und eines Fernsehsenders einladen, sich selbst ein Bild vor Ort zu machen.

In Punggye-ri hatte Nordkorea seine sechs Atomtests durchgeführt, den bisher letzten im September 2017. Für den 12. Juni ist ein Treffen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un und von US-Präsident Donald Trump in Singapur geplant. Mit der Schließung des in einer Bergregion liegenden Komplexes will das abgeschottete Land vor der Welt seine Bereitschaft zum Abbau seines Atomwaffenprogramms demonstrieren.

Das Atomtestgelände ist nach Einschätzung chinesischer Geologen durch frühere unterirdische Atomtests beschädigt und zurzeit unbrauchbar. Vereinigungsminister Cho Myoung Gyeon werde die südkoreanische Delegation leiten. Nordkorea schickt demnach eine Abordnung mit Vertretern des für innerkoreanische Angelegenheiten zuständigen Komitees sowie Sport- und Wirtschaftsfunktionäre. Zudem sollen humanitäre Projekte, etwa direkte Kontakte zwischen getrennten Familien, wieder aufgenommen und der Austausch und die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen verstärkt werden. Die Demokratische Volksrepublik Nordkorea werde sich "den internationalen Bemühungen um ein vollständiges Verbot von Atomversuchen anschließen", sagte der nordkoreanische Botschafter bei der UN-Abrüstungskonferenz, Han Tae-song, am Dienstag in Genf.


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