Amerikanische Botschaft wird in Jerusalem eröffnet

Statt an die Grenze zu ziehen, beerdigten die Palästinenser im Gazastreifen nun ihre Toten. Drei Terrorzellen mit Schusswaffen hatten versucht, israelische Soldaten anzugreifen, sagte Militärsprecher Ronen Manelis Journalisten. Rund 2800 wurden verletzt. Damit erinnern sie an die Vertreibung Hunderttausender Palästinenser im Zuge der Staatsgründung Israels im Jahr 1948. Er kündigte eine dreitägige Trauer sowie eine Großkundgebung für Freitag in Istanbul an; Ankara beorderte zudem seine Botschafter in Israel und den USA "zu Beratungen "zurück". In Gaza ist eine Person erschossen worden. Israels Armee hatte seine Präsenz im Vorfeld verdoppelt.

Die Vereinten Nationen kritisierten das Vorgehen der israelischen Armee scharf. Dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu warf er vor, er habe "das Blut von Palästinensern an den Händen". Unter den Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats kursierte am Montag der Entwurf für eine gemeinsame Stellungnahme zu der Gewalt, in der auch eine solche Untersuchung gefordert wurde. Gewalttätige Demonstranten hätten explosive Gegenstände und Brandbomben auf Soldaten und den Sicherheitszaun geworfen, teilte die Armee mit. Soldaten hätten entsprechend reagiert und auch geschossen.

Am Montag ist im Gazastreifen die Gewalt eskaliert, dutzende Palästinenser wurden nach Protesten gegen die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem getötet.

Die im Gazastreifen herrschende Hamas rief Israel am Sonntag zur Aufhebung der seit mehr als einem Jahrzehnt andauernden Blockade des Gebiets am Mittelmeer auf. Die Palästinenserführung in Ramallah teilte am Dienstagabend mit, man habe den palästinensischen Repräsentanten aus Washington abberufen. Auch Schulen, Universitäten und Regierungseinrichtungen schlossen ihre Türen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan bezeichnete Israel am Dienstag als "Apartheidstaat". Die Botschafter werden demnach "zu Beratungen" zurückgerufen. Damit schien es sich nicht um eine förmliche Ausweisung zu handeln. Belgien und Irland bestellten am Dienstag Israels Botschafter ein.

Netanjahu wies die Kritik Erdogans zurück. Vertreter Deutschlands und Großbritannien forderten am Dienstag erneut eine unabhängige Untersuchung. "Ich rate ihm, uns keine Moral zu predigen". Dieses Recht dürfe nicht missbraucht werden, um Gewalt anzustacheln. Das sei hier aber nicht der Fall gewesen, sagte der Sprecher des Büros, Rupert Colville, in Genf. Die dabei getöteten Palästinenser hätten am Montag "friedlich" gegen die "provokative Eröffnung" der US-Botschaft in Jerusalem protestiert. Obwohl Trumps Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels den Osten der Stadt nicht einschließt, empfindet die arabische Bevölkerung dort den Schritt als Demütigung. Die Proteste entzündeten sich an der Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem. Israel hatte den Ostteil samt der historischen Altstadt im Sechs-Tage-Krieg 1967 besetzt und 1980 annektiert, die Uno erkennt die Annexion aber nicht an. Den Anspruch der Palästinenser auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen künftigen Staat Palästina lehnt Israel ab. Nach Meinung der Palästinenser hätten die USA mit ihrer Entscheidung gegen internationales Recht verstoßen. Allerdings müsse beim Einsatz der Sicherheitskräfte der Grundsatz der "Verhältnismäßigkeit" eingehalten werden. "Ich kann nicht akzeptieren, dass all diese jungen Menschen getötet werden, während die (Hamas)-Anführer ihre Interessen auf Kosten des Bluts dieser jungen Männer verfolgen".


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