Atomstreit: Nordkorea droht mit Absage von Trump-Gipfel

Vor der Drohung, den Gipfel mit den USA platzen zu lassen, hatte Nordkorea mit dem versprochenen Abbau seines Atomtestgeländes begonnen.

Nordkorea hat laut einem Bericht der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap mit der Absage des Gipfeltreffens zwischen Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump gedroht. Die von Nordkorea Berichten zufolge kritisierten gemeinsamen Militärübungen der Amerikaner mit Südkorea stellten keinesfalls eine Provokation dar. "Das sind Dinge, die wir auf der ganzen Welt machen", sagte sie.

Als Grund wurden demnach gemeinsame militärische Übungen von Südkorea und den USA genannt.

Die Gespräche auf hoher Ebene sollten auf der südlichen Seite des Waffenstillstandsdorfes Panmunjom stattfinden, um Folgemaßnahmen zu dem Gipfel der koreanischen Führer vom 27. April zu diskutieren.

Hochrangige Vertreter der beiden koreanischen Staaten wollten eigentlich an diesem Mittwoch über weitere Schritte hin zu einem Friedensvertrag beraten. Doch offenbar sieht der Norden Voraussetzungen nicht erfüllt - und wirft den USA eine Mitschuld vor. Kim erklärte sich beim Treffen mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in zum Abbau des nordkoreanischen Atomprogramms bereit.

Das mit Spannung erwartete Gipfeltreffen zwischen Kim und Trump ist für den 12. Juni in Singapur geplant. Wie und bis wann die "komplette Denuklearisierung" erreicht werden soll, blieb unklar. Zudem hätten humanitäre Projekte, etwa direkte Kontakte zwischen getrennten Familien, wieder aufgenommen und der Austausch und die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen verstärkt werden sollen.

Nordkorea hatte sich grundsätzlich zu einer atomaren Abrüstung bekannt und angekündigt, sein Atomwaffen-Testgelände zwischen dem 23. und dem 25. Mai zu zerstören. In Punggye-ri hatte Nordkorea sechs Atomtests durchgeführt, zuletzt im September. Der UN-Sicherheitsrat hatte daher Sanktionen gegen das Land verschärft. Die Führung in Pjöngjang will mit der Zerstörung des Atomtestgeländes demonstrieren, dass es das Land mit seinen Ankündigungen ernst meint und verhandlungsbereit ist.


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