Bushido-Prozess geht am Mittwoch weiter

Der Senat hat wegen grundlegender Fragen eine Revision vor dem Bundesverwaltungsgericht zugelassen.

Setzt die Bundesprüfstelle CDs, Filme oder Videos auf die Liste jugendgefährdender Medien, sind diese nicht verboten. Sie dürfen aber Minderjährigen aus Gründen des Jugendschutzes nicht zugänglich gemacht werden.

Münster - Das Oberverwaltungsgericht Münster hat am Mittwoch die Indizierung des Bushido-Albums "Sonny Black" gekippt!

Die Bundesprüfstelle hatte die Indizierung damit begründet, dass in den Texten Gewalt und ein krimineller Lebensstil verherrlicht würden. Ein ironischer Kontext oder eine Distanzierung des Künstlers von Gewalt und Kriminalität sei nicht erkennbar. Bushido legte Berufung ein. Die Toleranzschwelle, was jugendgefährdend sei und was nicht, habe sich längst verschoben, trug sein Anwalt im ersten Prozess vor. Kenner des Genres könnten durchaus unterscheiden zwischen den fiktiven Rap-Klischees und der Wirklichkeit.

Für eine vernünftige Abwägung zwischen Jugendschutz und Kunstfreiheit ist es laut Gericht notwendig, alle acht "schöpferisch Beteiligten" Texter und Komponisten anzuhören.

Nach Angaben seines Anwalts wollte Bushido am Mittwoch nicht zur Verhandlung über seine Klage kommen. Die Richter haben noch für denselben Tag eine Entscheidung angekündigt.


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