Entwurf: Fünf Sterne und Lega wollen EZB um Schuldenerlass bitten

Die HuffPost Italia veröffentlichte derweil ein Papier aus den Koalitionsverhandlungen. "Verhandlungen auf europäischer Ebene dürften mit dieser Regierung jedenfalls nicht einfach werden", kommentiert Thomas Altmann von QC Partners aus Frankfurt die Entwicklung am Montagmorgen. Die Idee, bei der Euro-Notenbank um einen Schuldenerlass in Höhe von 250 Milliarden Euro zu bitten, sei in keinem offiziellem Entwurf für ein Regierungsprogramm enthalten, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Partei, Claudio Borghi, am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. Die Südländer zählen zu den Sorgenkindern Europas. Die zurzeit bekannten Details aus den Gesprächen deuten vor allem auf eine Ausweitung der italienischen Haushaltsdefizite und damit einer Erhöhung der Verschuldung des Landes hin, schreibt Bloomberg News. Anleger warfen am Mittwoch Anleihen des südeuropäischen Landes aus ihren Depots und trieben dadurch die Rendite der zehnjährigen Titel auf ein Zwei-Monats-Hoch von 2,015 Prozent. Zum Euro-Ausstieg heißt es, es müsse Regeln geben, die jedem Land erlaubten, die Einheitswährung zu verlassen. Italiens Aktienmarkt geriet unter Druck. Fünf Sterne und Lega erklärten, bei dem Entwurf vom 14. Mai handle es sich um eine alte Version, die inzwischen umfassend geändert worden sei. "Ein großer Teil der Dinge, die jetzt Schlagzeilen machen, sind nicht drin".

Die Finanzmärkte und Brüssel sind alarmiert, denn über eine Gegenfinanzierung ist nichts bekannt, und auch der Name des künftigen italienischen Ministerpräsidenten steht in den Sternen. Der Leitindex FTSE-MIB sank um 1,2 Prozent und war damit der größte Verlierer unter den großen europäischen Börsen.

Der italienische Ökonom Carlo Cottarelli sprach von einem "so unrealistischen Vorschlag, dass ich mich frage, wieso er überhaupt schwarz auf weiß niedergeschrieben wurde".


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