Deutschland rückt bei Arbeitskosten auf Platz sechs vor

Die Arbeitskosten in Deutschland liegen um knapp ein Drittel über dem EU-Durchschnitt. Eine Stunde Arbeit in der Industrie war damit 49 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt (27,00 Euro) und kostete gut sechs Prozent mehr als in Frankreich (38,10 Euro), das nach Deutschland die zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone ist und in vielen Bereichen - etwa der Autobranche - ein starker Konkurrent ist. In Deutschland kostete eine Arbeitsstunde im vergangenen Jahr durchschnittlich 34,50 Euro, wie aus einer Untersuchung des Statistischen Bundesamts hervorgeht. Gemessen am EU-Durchschnitt von 26,30 Euro waren das 31 Prozent mehr. Innerhalb der Europäischen Union liegt Deutschland damit auf Rang sechs, einen Platz höher als 2016. Auch in den deutschen Nachbarländern Belgien, Luxemburg und Frankreich ist eine Arbeitsstunde teurer als Deutschland, ebenso in Schweden.

Erfasst wurden Arbeitsplätze in der Industrie sowie in wirtschaftlichen Dienstleistungen, also ohne den öffentlichen Dienst.

Bei den marktbestimmten Dienstleistungen, die überwiegend von anderen Unternehmen nachgefragt werden, lagen die deutschen Arbeitskosten bei 31,50 Euro. Im EU-Vergleich war das Rang vier.

Die Kosten für eine Arbeitsstunde setzen sich aus dem Bruttoverdienst für den Arbeitnehmer und den Lohnnebenkosten zusammen, beispielsweise für Sozialversicherungsbeiträge und Steuern. Im vergangenen Jahr zahlten die Arbeitgeber in der deutschen Privatwirtschaft auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 28 Euro Lohnnebenkosten. Im EU-weiten Ranking lag Deutschland im Mittelfeld auf Rang 13. Deutlich höher sind die Lohnnebenkosten in Schweden und Frankreich mit 49 beziehungsweise 46 Euro.


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